Wissenslücken im BBC-Interview Kein Plan von seinem Brexit-Plan: Peinlicher TV-Auftritt von Boris Johnson

Von dpa

Boris Johnson könnte britischer Premierminister werden, lässt bis dahin aber kein Fettnäpfchen aus. Foto: dpa/Henry Nicholls/Pool Reuters/APBoris Johnson könnte britischer Premierminister werden, lässt bis dahin aber kein Fettnäpfchen aus. Foto: dpa/Henry Nicholls/Pool Reuters/AP

London. Was für ein Patzer von Boris Johnson, dem Favoriten auf den Premierminister-Posten. Der Brexit-Verfechter hat keinen Plan von seinem Brexit-Plan. Das offenbarte er nun im BBC-Interview.

Der Favorit im Rennen um das Amt des konservativen Parteichefs und britischen Premierministers, Boris Johnson, hat in einem BBC-Interview am Freitagabend grobe Wissenslücken zu seinem Brexit-Plan offenbart. Johnson will Großbritannien am 31. Oktober aus der EU führen, "komme, was wolle". Sollte die EU bis dahin nicht auf die Forderungen Johnsons zu Änderungen am Brexit-Abkommen eingehen, will er notfalls ohne Deal aus der Staatengemeinschaft ausscheiden.

Johnson: "Zölle sind überflüssig"

Johnson behauptet, negative Konsequenzen für die Wirtschaft könnten dann mithilfe einer Bestimmung aus dem Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen (GATT) überwunden werden – einem internationalen Vertrag, der den Grundstein für die Welthandelsorganisation (WTO) legte. Dann könnten einfach die gleichen Handelsregeln wie bisher gelten, bis ein neues Freihandelsabkommen geschlossen sei, so Johnson. Zölle seien überflüssig. Noch vor Wochen konnte er jedoch nicht einmal die genaue Bestimmung aus dem Abkommen benennen.

Krasse Wissenslücke

Im Interview mit dem BBC-Moderator Andrew Neil legte Johnson nun viel Wert darauf, dass es sich um Artikel 24, Paragraf 5 b des GATT-Abkommens handelt. Die Frage Neils, ob er auch wisse, was in Paragraf 5 c stehe, musste Johnson jedoch verneinen. Darin stehe, belehrte ihn Neil, dass "man nicht nur die Zustimmung der EU braucht, sondern man muss sich auch auf die Umrisse eines künftigen Handelsabkommens einigen und den Zeitplan, um das zu erreichen". Warum, wenn Johnson sich nicht einmal auf die bereits vereinbarten Konditionen des Austritts festlegen wolle, sollte sich Brüssel darauf einlassen, fragte Neil. Johnson hatte darauf keine überzeugende Antwort. Das Video ist hier nachzuschauen:




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