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12.07.2019, 16:56 Uhr KOMMENTAR

Erste Probleme mit E-Scootern: Der Druck wächst

Ein Kommentar von Melanie Heike Schmidt


Nummernschild ist Pflicht, Führerschein und Helm nicht: Einen Monat nach der Zulassung häufen sich die Unfälle mit den E-Scootern. Foto: Ina Fassbender/AFPNummernschild ist Pflicht, Führerschein und Helm nicht: Einen Monat nach der Zulassung häufen sich die Unfälle mit den E-Scootern. Foto: Ina Fassbender/AFP

Osnabrück. Auf sie fahren viele ab: E-Tretroller, auch E-Scooter genannt, erobern unsere Städte. Doch seit der Zulassung häufen sich die Unfälle. Und auf Straßen und Wegen wird es immer enger. Was könnte helfen?

Da freuen sich die Radfahrer: Den unrühmlichen Titel als angeblich schlimmste Rüpel im Straßenverkehr können sie vielleicht bald abgeben – an die E-Scooter-Fahrer. Denn die trendigen Flitzer, die leise wie der Wind sind und mit bis zu 20 Kilometern pro Stunde auch ziemlich flott, erobern mehr und mehr Städte. Damit wird der bereits knappe Raum noch knapper, der Kampf um Platz und Vorfahrt im Straßenverkehr spitzt sich zu. Und die Gefahr von Unfällen wächst.

Scooter-Fahrer sind daran nicht unschuldig. Wie Unfälle und reihenweise Alkoholfahrten zeigen, setzen sich viele nicht genug mit dem Trendgefährt und dessen Regeln auseinander. Das ist verantwortungslos. Und wenig clever: Im Fall des Unfalls ziehen sie als ungeschützte Verkehrsteilnehmer den Kürzeren. Eine Helmpflicht könnte helfen. Oder der gesunde Menschenverstand.

Auf die Verkehrsplaner indes wächst der Druck: Immer mehr Fahrräder, E-Bikes, E-Scooter, Lkw und Pkw drängen auf Straßen und Wege. Hier braucht es kluge Konzepte, vom Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel und Car-Sharing-Angeboten bis hin zu gut abgestimmten Straßen, Fahrrad- und Fußwegen.

Doch nur mit dem Finger auf die Politik zu zeigen, hilft auch nicht. Wie wäre es, bei kurzen Wegen mal wieder das zu tun, was gesund ist und fast jeder kann: laufen.


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