Ein Bild von Michael Clasen
10.07.2019, 19:42 Uhr DRITTER ZITTERANFALL BINNEN WOCHEN

Wie gesund ist Angela Merkel? Mehr Aufklärung täte gut

Ein Kommentar von Michael Clasen


Stark gefordert: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)  Foto: Virginia Mayo/AP/dpaStark gefordert: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Foto: Virginia Mayo/AP/dpa 

Osnabrück. Das Zittern der Kanzlerin löst in Deutschland und weltweit Besorgnis aus. Die Gesundheit ist auch für eine Regierungschefin Privatsache, aber eben nur zu einem gewissen Grad. Ein Kommentar

Beim dritten Anfall vor laufenden Kameras binnen weniger Wochen reichen die bisherigen Erklärungsversuche nicht aus, um die Spekulationen auszuräumen. Mehr Aufklärung täte gut, damit aus einer möglichen Bagatelle kein Politikum wird.

Beim ersten Zitteranfall soll die Kanzlerin an Wassermangel gelitten haben, beim zweiten wurden psychologische Gründe lanciert. Von einer Kopfsache war die Rede, einer Art Aufarbeitung des ersten Anfalls, während die Grünen zwischenzeitlich sogar den Klimawandel als Schuldigen ausgemacht hatten. Nun der dritte Zitteranfall. Kein Grund zur Sorge, sagt die Kanzlerin. Dass Merkel recht behält, sollten auch ihre politischen Gegner der Kanzlerin wünschen. Im knallharten Politikbetrieb hat Merkel seit ihrem Amtsantritt 2005 eine famose Konstitution gezeigt. Unvergesslich, wie sie in Berlin und Brüssel nächtelange Krisen- und Gipfeltreffen dank ihrer Ausdauer für sich entschied. Jetzt, kurz vor ihrem 65. Geburtstag, zeigt sie erstmals öffentlich Schwäche. 

Video: Merkel äußert sich zu ihrem Zitteranfall

Viele Spitzenpolitiker – von Konrad Adenauer bis Helmut Kohl – haben gesundheitliche Probleme vertuscht aus Angst, abgestraft zu werden von vermeintlichen Parteifreunden oder dem Wähler. 

Eine Kanzlerin wie Merkel sollte solche Tricks nicht nötig haben.


 



Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN