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01.07.2019, 06:00 Uhr KOMMENTAR

Die Folgen im Blick behalten

Ein Kommentar von Manuel Glasfort


Städte wie Venedig erleben die Schattenseiten des Massentourismus. Foto: dpaStädte wie Venedig erleben die Schattenseiten des Massentourismus. Foto: dpa

Osnabrück. Die Deutschen verreisen immer mehr - und nicht nur sie. Weltweit brummt das Geschäft mit dem Tourismus. Dabei bleibt es wichtig, sich mit den Schattenseiten des Massentourismus auseinanderzusetzen.

Der Urlaub ist wohl für die allermeisten Deutschen die populärste Form des Glücks. Ob man nun an den Ostseestrand führt oder nach Manhattan, in den Schwarzwald oder auf die Malediven: Wer verreist, gönnt sich eine Auszeit, erholt sich und erweitert quasi im Vorbeigehen seinen kulturellen Horizont. Die Deutschen bleiben ein reiselustiges Volk – Terrorgefahr hin oder her.

Im Zeitalter von Billigflügen und sinkenden Arbeitslosenzahlen gilt das Verreisen vielen als Selbstverständlichkeit, fast schon als Menschenrecht. Sie sollten sich daran erinnern, dass durch die Welt zu tingeln lange Zeit ein Privileg von wenigen Wohlhabenden war. Andere wiederum waren aus politischen Gründen eingeschränkt, was der 30. Jahrestag des Mauerfalls wieder ins Bewusstsein rücken wird.

Mehr Bewusstsein bräuchte es auch für die Schattenseiten des Massentourismus. An touristischen Hotspots wie Barcelona oder Venedig gehen die zahllosen Touristen den Einheimischen längst auf die Nerven. Kreuzfahrtschiffe verschlechtern die Luft in beliebten Hafenstädten, Bergsteiger vermüllen den Mount Everest. Von der Klimabelastung durch die Fliegerei ganz zu schweigen.

Hier soll niemandem der Urlaub madig gemacht werden. Zu verreisen und dabei Neues zu entdecken zählt zu den schönsten Dingen im Leben. Die Folgen im Blick zu behalten, schadet aber auch nicht.


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