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27.06.2019, 17:18 Uhr VERFASSUNGSSCHÜTZER WARNEN

Was gegen Extremisten wirklich helfen kann

Ein Kommentar von Marion Trimborn


Der Verfassungsschutzbericht 2018 zeigt, dass die Zahl der Extremisten auf dem rechten wie linken Spektrum zunimmt. Foto: Wolfgang Kumm/dpaDer Verfassungsschutzbericht 2018 zeigt, dass die Zahl der Extremisten auf dem rechten wie linken Spektrum zunimmt. Foto: Wolfgang Kumm/dpa
Wolfgang Kumm

Osnabrück. Extreme Ideologien scheinen für viele Menschen immer verführerischer zu sein. Die Zahl der Extremisten in Deutschland wächst - sowohl rechts als auch links. Diese Entwicklung stellt die Demokratie vor eine große Herausforderung. Dabei gibt es durchaus Ansätze, die helfen.

Das Ergebnis ist zutiefst beunruhigend. Egal ob rechts oder links des politischen Spektrums: Immer mehr Menschen in Deutschland hängen extremistischen Ideen an. Zusammengerechnet gibt es fast 100 000 Rechtsextremisten, Linksextremisten, Islamisten und Reichsbürger im Land. Von denen immer mehr bereit sind, Gewalt einzusetzen, um ihre politischen Ziele zu erreichen. Das ist ein Spiegelbild der Gesellschaft, die zerrissener und aggressiver wird. Analog dazu erodieren die alten Volksparteien und die politische Mitte schwindet.

Welche Gefahr ist größer?

Der mit Vehemenz geführte Streit um die Frage, welche Gefahr nun die größte ist, ist unerheblich. Gewalt kann aufsehenerregend sein wie die linksextremen Attacken beim G20-Gipfel in Hamburg 2017. Sie kann aber auch von einem einzelnen kommen und tödlich sein wie beim rechtsterroristischen Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke. Abgehoben von der aktuellen Lage muss die Polizei alle politischen Spektren im Auge behalten, auch wenn sie nicht jeden einzelnen Extremisten laufend überwachen kann – es sind einfach zu viele.

Aussteigerprogramme und Prävention

Was hilft also? Die Forschung zeigt, dass Menschen sich radikalisieren, wenn gesellschaftliche Instanzen wie Familie, Schule, Vereine oder Staat bei Problemen keinen Rückhalt geben. Schulen und Sozialarbeiter müssen daher benachteiligte Kinder besonders beobachten. Programme, die Aussteiger fördern, müssen langfristig finanziert sein. Und natürlich ist auch jeder einzelne gefragt. Gewalt, egal ob links, rechts oder religiös motiviert, ist immer und überall abzulehnen.

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