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20.06.2019, 17:05 Uhr KOMMENTAR

Motorradführerschein: Bedenken sind überzogen

Ein Kommentar von Manuel Glasfort


Das Bild zeigt eine Yamaha 125 TDR (vorn) und eine italienische Gagiva Super City, zwei Maschinen der 125er Klasse, bei einer Spazierfahrt. Autofahrer sollen künftig ohne Prüfung leichte Motorräder fahren dürfen. Wer ohne Motorradführerschein mit einem sogenannten 125er unterwegs sein will, müsse aber mindestens 25 Jahre alt sein, seit fünf Jahren einen Führerschein der Klasse B haben und eine Schulung mit fünf 90-minütigen Einheiten hinter sich bringen, heißt es in einem Verordnungsentwurf des Bundesverkehrsministeriums. Foto: dpaDas Bild zeigt eine Yamaha 125 TDR (vorn) und eine italienische Gagiva Super City, zwei Maschinen der 125er Klasse, bei einer Spazierfahrt. Autofahrer sollen künftig ohne Prüfung leichte Motorräder fahren dürfen. Wer ohne Motorradführerschein mit einem sogenannten 125er unterwegs sein will, müsse aber mindestens 25 Jahre alt sein, seit fünf Jahren einen Führerschein der Klasse B haben und eine Schulung mit fünf 90-minütigen Einheiten hinter sich bringen, heißt es in einem Verordnungsentwurf des Bundesverkehrsministeriums. Foto: dpa

Osnabrück. Deutschland, Land der Bedenkenträger. Der Plan des Verkehrsministeriums, Autofahrern den Zugang zu leichten Motorrädern zu erleichtern, war gerade erst publik geworden, da meldeten sich die schon die ersten Kritiker. Deren Sicherheitsbedenken sind aber völlig überzogen.

Wer vor 1980 seinen Autoführerschein gemacht hat, darf heute noch Motorräder bis 125 Kubikzentumeter fahren - ohne Prüfung. Seither sind Motorräder deutlich sicherer geworden, etwa durch ABS, bessere Fahrwerke und Bremsen. Mit Pflicht-Fahrstunden stellt das Ministerium außerdem sicher, dass sich niemand unvorbereitet auf eine 125er-Maschine schwingt. Alles andere wäre tatsächlich verantwortungslos.

Der Vorstoß von Verkehrsminister Scheuer dürfte entgegen den Befürchtungen sogar für mehr Verkehrssicherheit sorgen. Dann nämlich, wenn Rollerfahrer von 50- auf 125-Kubikzentimeter-Fahrzeuge umsatteln. Mit ihrer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h sind Roller selbst innerorts Verkehrshindernisse auf Rädern, die oft von Autofahrern geschnitten werden. Auf den etwas stärkeren 125er-Maschinen kann man dagegen im Verkehr mitschwimmen. Wenn die Kosten für den Umstieg sinken – umso besser.

Generell können Roller und Motorräder dazu beitragen, die chronisch verstopften Straßen in den Städten zu entlasten. Schließlich benötigen sie viel weniger Verkehrsfläche und Parkraum als Autos. Wenn die Zweiräder dann noch elektrisch unterwegs sind, wird auch noch die Luft sauberer. Scheuer sollte sich nicht beirren lassen und die Pläne vorantreiben.


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