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14.06.2019, 14:33 Uhr KOMMENTAR

Pflegekammer: Gemeinsam ist man stärker

Ein Kommentar von Tobias Schmidt


Hier lang zur Pflegekammer! Foto: Colourbox.de /Grafik Heiner WittwerHier lang zur Pflegekammer! Foto: Colourbox.de /Grafik Heiner Wittwer

Berlin. Zur Wahrheit des Pflegenotstandes gehört: Wären die Fachkräfte organisiert und würden gemeinsam für ihre Anliegen kämpfen, dann wäre es niemals so weit gekommen. Auf dem Pflegetag hatte es Gesundheitsminister Spahn auf den Punkt gebracht: In vielen anderen Branchen hätten sich die Arbeitnehmer kaum so viel gefallen lassen.

Das "Helfer-Syndrom" der Pflegerinnen und Pfleger ist tägliche Realität: Mann oder Frau kümmert sich mit aller Kraft um die Versorgung der Patienten, springt für kranke Kollegen ein - und traut sich kaum, einmal Nein zu sagen. Eher wird kapituliert und der Beruf an den Nagel gehängt. 

"Gemeinsam ist man stärker" muss das Motto der Pflegekräfte sein. Aber freiwillig Gewerkschaftsmitglied werden, dazu entscheiden sich die Wenigsten. Auch der Versuch, in Bayern eine kostenlose Vereinigung auf die Beine zu stellen, darf als gescheitert gelten. Mehr als 550 Mitglieder sind es nicht geworden.

Eine starke Lobby in Berlin fehlt seit Jahren. Dabei geht es nicht nur um höhere Löhne, auch um bessere Arbeitsbedingungen, mehr Verantwortung gegenüber Patienten und größere Entscheidungsspielräume gegenüber Ärzten. Zum Nulltarif ist das für die Pflegerinnen und Pfleger nicht zu haben. Die Pflegekammern müssen jetzt zeigen, das fair bemessene Mitgliedsbeiträge eine lohnenswerte Investition in die Zukunft des Berufes sind.


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