"Upskirting" Intime Fotos: Fotografieren unter den Rock soll strafbar werden

Von dpa und Viktoria Meinholz

"Upskirting" beschreibt das Fotografieren oder Filmen unter Röcke und Kleider. Meist werden die Bilder heimlich erstellt, viele Frauen wissen gar nicht, dass sie betroffen sind. Foto: Colourbox"Upskirting" beschreibt das Fotografieren oder Filmen unter Röcke und Kleider. Meist werden die Bilder heimlich erstellt, viele Frauen wissen gar nicht, dass sie betroffen sind. Foto: Colourbox

Düsseldorf. Wer Frauen unter Röcke fotografiert, kann bislang in Deutschland nicht immer bestraft werden. Das soll sich nun ändern.

Die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen wollen, dass das Fotografieren unter Röcke und Kleider unter Strafe gestellt wird. Wie die Justizminister der drei Länder mitteilten, bereiten Bayern und NRW gemeinsam einen Gesetzentwurf für eine Bundesratsinitiative zum sogenannten Upskirting vor. 

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema

Was ist Upskirting?

Der englische Begriff beschreibt das Fotografieren unter Röcke und Kleider. Meist werden die Bilder heimlich erstellt, viele Frauen wissen gar nicht, dass sie betroffen sind. 

Wie ist die rechtliche Situation in Deutschland?

Nach geltendem Recht sind solche Aufnahmen in der Regel nicht strafbar. Anders verhält es sich lediglich, wenn unbefugte Bilder in einer Wohnung geschossen würden und damit den "höchstpersönlichen Lebensbereich" der weiblichen Opfer verletzten. Außerdem wird das Foto zum Straftatbestand, wenn es weiterverbreitet wird, da es dann ganz eindeutig die Persönlichkeitsrechte verletzt.

Es könne nicht länger von solchen "zufälligen Sachverhaltsumständen" abhängen, ob demütigende, verletzende Eingriffe in die Privatsphäre von Frauen eine Straftat oder Ordnungswidrigkeit seien, sagt NRW-Justizminister Peter Biesenbach, der sich für ein entsprechendes Gesetz stark macht. Ein eigener Straftatbestand würde es der Polizei erleichtern, gegen Täter vorzugehen, Personalien aufzunehmen, Platzverweise zu erteilen und Fotoapparate oder Handys zu beschlagnahmen.

Eine von zwei Frauen gestartete Online-Petition, die sich für ein Verbot einsetzt, hat inzwischen mehr als 50.000 Unterschriften gesammelt. 

Wie sieht es in anderen Ländern aus?

In England und Wales ist Upskirting seit April 2019 eine Straftat. Täter müssen mit bis zu zwei Jahren Haft rechnen, Verurteilte werden außerdem als Sexualstraftäter registriert. Das neue Gesetz war von der Autorin Gina Martin in einer 18-monatigen Kampagne angestoßen worden, nachdem sie selbst ein Upskirting-Opfer geworden war. Ein Mann hatte im Jahr 2017 mit seinem Handy Fotos unter ihrem Kleid auf einem Festival im Londoner Hyde-Park gemacht. Der Fall war von der Polizei schließlich zu den Akten gelegt worden.

Während ihrer Kampagne hätten sich Hunderte von Opfern bei ihr gemeldet, berichtete die 27-Jährige britischen Medien. Schottland geht bereits seit einigen Jahren härter gegen solche Täter vor. Im britischen Nordirland gibt es noch kein entsprechendes Gesetz.

Auch in anderen Ländern wie Australien, Neuseeland, Indien oder Japan gibt es Gesetze gegen Upskirting. In Südkorea ist das Problem heimlich aufgenommener Fotos oder Videos so allgegenwärtig, dass Smartphones inzwischen nicht mehr ohne Geräusch fotografieren, sondern immer ein Klicken zu hören ist, wenn jemand auf den Auslöser drückt.


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