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31.05.2019, 09:42 Uhr KOMMENTAR

Das Containern legalisieren

Ein Kommentar von Frederik Tebbe


Bislang ist es verboten Lebensmittel aus der Mülltonne eines Supermarktes zu nehmen. Symbolfoto: imago/stock&peopleBislang ist es verboten Lebensmittel aus der Mülltonne eines Supermarktes zu nehmen. Symbolfoto: imago/stock&people
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Osnabrück. Es ist pure Verschwendung, wegzuwerfen, was noch gegessen werden kann. Das sogenannte Containern zu legalisieren ist ein guter Vorschlag des Hamburger Senators Till Steffen. Den Supermärkten und Fabriken gehören die Lebensmittel, auch wenn sie längst in Abfallcontainern gelandet sind. Wer sie sich nimmt, stiehlt – und begeht Hausfriedensbruch und auch Sachbeschädigung, wenn dazu etwa ein Schloss aufgebrochen wird.

Wird das Containern erlaubt, können Lebensmittel noch sinnvoll genutzt werden. Es muss jedoch ein entsprechender Rahmen geschaffen werden, problemlos an sie zu gelangen. Und die Nahrungsmittel müssen sicher sein. 

In den Containern landet unter anderem Obst und Gemüse, das Druckstellen hat oder dessen Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Was abgelaufen ist, darf nicht verkauft werden. Zwar heißt „mindestens haltbar bis“ nicht „sofort tödlich ab“ – doch besteht die Gefahr, sich an Abgelaufenem den Magen zu verderben.

Noch konsequenter wäre es, nach französischem Vorbild Supermärkte zu verpflichten, noch genießbare Ware an gemeinnützige Organisationen zu spenden. Damit wäre sichergestellt, dass die Lebensmittel in den richtigen Händen landen. Und es wäre im Sinne der Nachhaltigkeit: Wird weniger weggeworfen, muss auch weniger produziert, geschweige denn importiert werden.


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