Beide waren Nichtschwimmer Zwei Kinder im Gartenteich ertrunken

Von Katharina Preuth und Stefanie Witte

In einem Gartenteich sind zwei Kinder ertrunken. Rettungswagen stehen in der Nähe des Fundortes. Foto: dpa-Bildfunk/Rudolf KarliczekIn einem Gartenteich sind zwei Kinder ertrunken. Rettungswagen stehen in der Nähe des Fundortes. Foto: dpa-Bildfunk/Rudolf Karliczek
Rudolf Karliczek

Osnabrück. Für Eltern ist es ein Alptraum: Die Kinder sind nicht auffindbar, dann werden sie ertrunken im Wasser entdeckt. Ein Dorf bei Salzgitter durchlebt gerade solch ein tragisches Unglück.

Zwei kleine Jungen sind in einem Gartenteich in einem Dorf bei Salzgitter ums Leben gekommen. Die Kinder waren nach Angaben der Polizei vier und sieben Jahre alt. Sie waren am Dienstagabend in dem Ort Heere, der zur Samtgemeinde Baddeckenstedt gehört, als vermisst gemeldet worden.  

Kurz darauf wurden sie leblos in dem Teich entdeckt. Rettungskräfte versuchten noch, die Kinder wiederzubeleben, doch sie starben an Ort und Stelle. „Wir gehen von einem Unglücksfall aus, sagte ein Polizeisprecher.

Beide waren Nichtschwimmer

Angaben zum Hergang des Unglücks gab es zunächst nicht. Der vierjährige Junge habe im Nachbarhaus des Grundstücks mit dem Gartenteich gelebt, sagte der Polizeisprecher. Der siebenjährige Cousin sei zu Besuch gewesen. Beide Kinder seien vermutlich Nichtschwimmer gewesen. 

Nach dem tragischen Tod forderte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Schwimmunterricht in Grundschulen flächendeckend ab der ersten Klasse einzuführen. DLRG-Präsident Achim Haag sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ), „59 Prozent der Schüler, die auf eine weiterführende Schule wechseln, können nicht sicher schwimmen“. Dies sei nicht das einzige Problem. „Zu wenig Lehrer haben die Ausbildung, um zu wissen, wie sie Kinder im Notfall retten können“, erklärte Haag. Schulen sei die Verantwortung zu groß, und sie ließen den Schwimmunterricht ausfallen.

GEW: Bäder nicht nur für reiche Familien

Die Bildungsgewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ging noch einen Schritt weiter. Das für den Bereich Schule zuständige Vorstandsmitglied Ilka Hoffmann forderte in der „NOZ“, Kinder bereits in der Kita-Betreuung mit Wasser und seinen Gefahren vertraut zu machen. Sie kritisierte darüber hinaus, dass nicht allen Schulen Schwimmbäder zur Verfügung stünden. Dafür gebe es immer mehr private Bäder, die für Familien zu teuer würden. „Es ist wichtig, auch sozial benachteiligten Familien den Zugang zu Schwimmbädern zu ermöglichen“, betonte Hoffmann.

Im vergangenen Jahr beobachtete die DLRG eine Häufung von Todesfällen, bei denen Kinder durch Ertrinken ums Leben kamen. 2018 waren das 71 Kinder. In Niedersachsen waren am Dienstag zwei Kinder im Alter von vier und sieben Jahren in einem Gartenteich im Landkreis Wolfenbüttel ertrunken.


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