Telemedizin und Datenschutz Grüne fordern verpflichtende Sicherheitsupdates

Die Telemedizin soll ausgebaut werden, doch noch sind einige Hürden zu meistern. So fehlt es am flächendeckenden schnellen Internet, auch Fragen zum Datenschutz sind noch offen. Foto: imago / Science Photo LibraryDie Telemedizin soll ausgebaut werden, doch noch sind einige Hürden zu meistern. So fehlt es am flächendeckenden schnellen Internet, auch Fragen zum Datenschutz sind noch offen. Foto: imago / Science Photo Library

Osnabrück. Mit Blick auf den geplanten Ausbau von Telemedizin und Videosprechstunden kritisiert Konstantin von Notz, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Digitalexperte der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, die Bundesregierung. Es gebe weiterhin „massive Baustellen“, etwa in Sachen Datenschutz und Netzausbau, warnte er in einem Gespräch mit unserer Redaktion und forderte, die Lücken im System schnellstens zu schließen.

Der Digitalexperte der Grünen erklärte: „Für telemedizinische Verfahren bedarf es zunächst breitbandiger Internetanschlüsse, und auch im Bereich der IT-Sicherheit gibt es noch sehr viel zu tun.“ Dringend notwendig seien „Mindeststandards wie verpflichtende Sicherheitsupdates und neue Haftungsregelungen, auch und gerade für Geräte wie Fitnesstracker“.  

Allerdings fehle es die Bundesregierung insgesamt an „Sensibilität für diese zentralen Themen“, kritisierte von Notz. „Ein innovativer Datenschutz und effektive Datensicherheit sind wichtige Voraussetzungen, um nutzbringende und sichere Anwendungen im Gesundheitswesen entstehen zu lassen“, so von Notz. „Das aber scheint Gesundheitsminister Spahn nur zögerlich zu verstehen, und das für diese Themen federführend zuständige Bundesinnenministerium ist hier leider bislang ein echter Totalausfall“, kritisierte der Grünen-Politiker.

Auch bei der Medizin setzt sich die Digitalisierung immer mehr durch, Videosprechstunden etwa sind im Kommen. Konstantin von Notz (Bündnis90/Grüne) warnt allerdings vor „massiven Baustellen" bei der IT-Sicherheit. Foto: Jörg Carstensen/dpa


Zuvor hatte Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery mit Blick auf den Ausbau digitaler Medizinangebote wie etwa Videosprechstunden auf mehr Datenschutz gepocht. „Zu recht“, erklärte Konstantin von Notz: „Neue Angebote werden nur Akzeptanz finden, wenn man ihnen tatsächlich vertrauen kann. Hierauf muss absolute Priorität liegen“, betonte er und forderte, zukünftig auch Patienten verstärkt in die Entwicklung neuer E-Health-Angebote einzubeziehen.


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