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17.05.2019, 18:11 Uhr ÖFFENTLICHE SICHERHEIT

Warum ein Messerverbot längst überfällig ist

Ein Kommentar von Marion Trimborn


Der Bundesrat prüft ein Messerverbot für öffentliche Plätze. Das Archivbild zeigt Messer mit einer Klingenlänge über sechs Zentimeter und Faustmesser bei einem Pressetermin der Bundespolizei. Foto: Malte Christians/dpaDer Bundesrat prüft ein Messerverbot für öffentliche Plätze. Das Archivbild zeigt Messer mit einer Klingenlänge über sechs Zentimeter und Faustmesser bei einem Pressetermin der Bundespolizei. Foto: Malte Christians/dpa

Osnabrück. Immer wieder bestimmen Messerattacken die Schlagzeilen.Jeder fünfte Jugendliche in Niedersachsen hat gelegentlich eine Klinge dabei. Verständlich, dass der Bundesrat nun ein Messerverbot an öffentlichen Plätzen plant. Das ist zu begrüßen - allerdings müssen mehrere Bedingungen erfüllt werden.

Die Gesellschaft beruht auf ein paar Grundregeln. Von denen lautet eine: Du sollst nicht töten – und andere nicht verletzen. Unter allen Umständen muss der Staat dafür sorgen, dass diese Regeln im öffentlichen Raum gelten, dass die Bürger sich an Bahnhöfen, auf Straßen und Plätzen sicher fühlen können.

Zornige junge Männer sind das Problem

Doch die Polizei klagt seit Jahren über sinkende Hemmschwellen und eine steigende Gewaltbereitschaft. Zumeist sind es zornige junge Männer, oft Migranten, aber keineswegs nur, die ein Messer in der Tasche haben und es im Streit spontan und rücksichtslos benutzen. Laut einer Umfrage hat jeder fünfte Jugendliche in Niedersachsen gelegentlich ein Messer dabei – das ist nicht hinnehmbar. Deswegen ist ein Messerverbot an öffentlichen Orten längst überfällig. Allein die Ankündigung wird disziplinierend wirken.  

Mehr als nur Symbolpolitik

Der neue Gesetzesvorstoß ist deshalb längst nicht nur Symbolpolitik. Sondern ein Zeichen dafür, dass der Staat seine Aufgabe erfüllt und den Bürger schützt – auf Basis einer klaren Rechtsgrundlage. Dabei geht es  nicht um die klassischen Schweizer Taschenmesser, die schon Generationen von Männern mit sich getragen haben. Gemeint sind vielmehr Kampfmesser mit einer Klingenlänge ab sechs Zentimetern. Natürlich darf es nicht beim Gesetz bleiben. Dass solche Verbote in der Praxis streng kontrolliert werden, ist Voraussetzung und machbar. Denn inzwischen gibt es Technologien, mit denen man Messerträger auch aus der Entfernung erkennen kann.


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