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16.05.2019, 17:16 Uhr KOMMENTAR

Motiviert in die Zukunft: Landeskirche Hannover modernisiert

Ein Kommentar von Stefanie Witte


Die Friday-for-Future-Aktivistinnen Lisa Steinwandel (links) und Paula Seidensticker vor der Landessynode in Hannover. Screenshot: Facebook/noz.deDie Friday-for-Future-Aktivistinnen Lisa Steinwandel (links) und Paula Seidensticker vor der Landessynode in Hannover. Screenshot: Facebook/noz.de

Osnabrück. . Geschickte Inszenierung oder Innovation? Die beiden Friday-for-Future-Aktivistinnen, für die Landesbischof Ralf Meister seine Rede unterbrach, dürften inhaltlich nicht weit weg sein von evangelischen Eine-Welt-Läden und dem politischen Programm der EKD. Mit ihrem Auftritt verstärkten die beiden jungen Frauen aber in jedem Fall das Gefühl von Aufbruch in der Landessynode.

Ganz handfest zeigte sich dieser Aufbruch bei den beiden wesentlichen Neuerungen, die das Kirchenparlament zuvor beschlossen hatte: der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare und einer modernisierten Kirchenverfassung. 

Zwar hob der Landesbischof – vielleicht als Gegenpol zu so viel Neuem – in seiner Rede den Wert der Handschrift, des persönlichen Wortes, hervor, und ächtete Emojis als „unpersönliche und banale Signaturen“. Aber jenseits solcher Detailfragen beschreitet Hannovers Landeskirche den Weg in eine moderne Zukunft. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang Meisters Erklärung, kirchliche Strukturen seien kein Selbstzweck. Der Appell, sich auf die Botschaft des Christentums zu konzentrieren, überzeugt.

Selbst wenn dieser Kurs den ein oder anderen Konservativen verschreckt – er ist nicht aufzuhalten. Der einstimmige Beschluss des Kirchenparlaments zur Ehe für alle zeigt aber, dass er von breiter Zustimmung getragen wird.


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