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15.05.2019, 18:21 Uhr KRITIK AN BAYERN

Problemfall Atommüll: Endlagersuche nicht torpedieren

Ein Kommentar von Uwe Westdörp


Wohin mit dem  Atommüll? Atomkraftgegner demonstrieren vor dem Bundeswirtschaftsministerium in Berlin. Foto: Sophia Kembowski/dpaWohin mit dem Atommüll? Atomkraftgegner demonstrieren vor dem Bundeswirtschaftsministerium in Berlin. Foto: Sophia Kembowski/dpa

Osnabrück. Problemfall Atommüll: Der Präsident des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE), Wolfram König, warnt davor, die laufende Endlagersuche in Deutschland zu torpedieren. Das ist leider nur allzu berechtigt, wie das Beispiel Bayern zeigt. Ein Kommentar.

Atomkraft, nein danke: Viele tausend Mal hat man das gehört und gelesen. Doch gebracht haben die Proteste bekanntlich nichts. Jahrzehntelang nutzte Deutschland die umstrittene Technologie – und sitzt deshalb heute auf einem Berg hochradioaktiver Abfälle.

Atommüll, nein danke, heißt jetzt die Fortsetzungsgeschichte. Denn natürlich will niemand auf einem Endlager mit dem gefährlichen Müll leben. Welche Region auch auch immer in den Blick gerät – sie winkt entsetzt ab. Das ist menschlich verständlich, politisch aber verantwortungslos, denn irgendwo muss der Mist ja hin.

Besonders dreist verhält sich Bayern. Der Freistaat komme für ein Endlager nicht infrage, heißt es im Koalitionsvertrag – so als gäbe es kein Gesetz zur ergebnisoffenen Standortsuche.

So wird das nichts mit einer Auswahl, die sich ausschließlich an Sicherheitskriterien orientiert und für die Bürger nachvollziehbar sein soll. Man muss schon abwarten, welche Orte die Experten in die engere Wahl nehmen.

Auch Niedersachsen tut gut daran, keinen überzogenen Druck aufzubauen. Dass Umweltminister Olaf Lies fordert, nicht nur mögliche Lager in Salz und Ton, sondern auch in kristallinem Gestein genau zu prüfen, ist indessen nachvollziehbar. Denn alle drei Gesteinsarten sind von Anfang an als „Wirtsgestein“ genannt worden.


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