Aktionen in Osnabrück und Fürstenau Katholische Frauen treten in den Kirchenstreik

Von Stefanie Witte und dpa

Wie hier in der Kirchengemeinde St. Maria Magdalena Sonsbeck wollen am kommenden Sonntag viele Frauen bundesweit nicht die Kirchen betreten, sondern planen alternative Aktionen. Foto: Armin Fischer/dpaWie hier in der Kirchengemeinde St. Maria Magdalena Sonsbeck wollen am kommenden Sonntag viele Frauen bundesweit nicht die Kirchen betreten, sondern planen alternative Aktionen. Foto: Armin Fischer/dpa

Münster/Osnabrück.. Die in Münster entstandene Bewegung für mehr Frauenrechte in der katholischen Kirche startet am Samstag bundesweit einen einwöchigen Kirchenstreik. Unter dem Motto Maria 2.0 wollen die gläubigen Frauen, die vielfach ehrenamtlich tätig sind, damit gegen Machtstrukturen in der Kirche und die von ihnen kritisierte Vertuschung von sexuellem Missbrauch durch Amtsträger protestieren.

In einer Online-Petition an Papst Franziskus fordern die Frauen Zugang zu allen Ämtern der Kirche und die Aufhebung der Pflicht zur Ehelosigkeit für katholische Priester (Zölibat).  

Mit diesen Themen beschäftigt sich am Freitag und Samstag auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) in Mainz. „Das Anliegen der Priesterweihe von Frauen und von Frauen in Leitungsämtern teilen wir", sagte ein Sprecher des ZdK zu der angekündigten Aktion. Das ZdK ist der Zusammenschluss von Vertretern der Diözesanräte, katholischer Verbände und Laienorganisationen.

Während des Streiks wollen die Frauen keine Kirchen betreten, ehrenamtlichen Ämter nicht ausüben und Gottesdienste ohne Priester im Freien feiern. Entstanden ist die bundesweite Bewegung in der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Münster.

Die großen katholischen Frauenverbände KDFB (Katholischer Deutscher Frauenbund) und kfd (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands) bezeichneten den Kirchenstreik im Vorfeld als wichtiges Signal und appellierten an die Deutsche Bischofskonferenz, das nicht länger zu ignorieren.

In Osnabrück bereiten Frauen ebenfalls am Sonntag ab 11.30 Uhr, parallel zum Familiengottesdienst, Aktionen vor. Im Schinkel wollen sich Frauen vor die Kirche Heilig Kreuz stellen. In Fürstenau soll parallel zum Sonntagsgottesdienst am 12. Mai ein Frauengottesdienst im Pfarrheim Canisiushaus stattfinden. Treffpunkt ist um 10.30 Uhr vor dem Schloss

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