Bund: Zahl der Wölfe unklar FDP fordert einheitliche Überwachung von Wölfen in Europa

Ein Wolf in einem Wildpark. Foto: dpa/Carsten RehderEin Wolf in einem Wildpark. Foto: dpa/Carsten Rehder

Osnabrück. Ist der Wolf in Deutschland noch gefährdet oder sollte er bejagt werden? Das hängt auch davon ab, ob man die polnischen Wölfe hinzurechnet. Problem: Es gibt keine gemeinsame Datengrundlage.

Die FDP-Fraktion im Bundestag hat ein europaweit einheitliches Monitoring von Wölfen gefordert. Der jagdpolitische Sprecher Karlheinz Busen betonte gegenüber unserer Redaktion: „Wölfe kennen keine Ländergrenzen. Es gibt eine gemeinsame deutsch-westpolnische Wolfspopulation, die auch bei der Feststellung des Erhaltungszustandes gemeinsam betrachtet werden muss.“ 

Busen griff damit ein Argument der Befürworter einer Wolfsjagd auf: Bei grenzüberschreitender Betrachtung sei der Bestand der Raubtiere nicht mehr gefährdet. Eine gezielte Bejagung wäre damit rechtlich möglich.

Die Bundesregierung teilte Busen auf Anfrage mit, dass es für diese Einschätzung gar keine Datengrundlage gibt. „Deutschland und Polen arbeiten derzeit mit unterschiedlichen Monitoringstandards“, schreibt Umwelt-Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD). Zudem sei keine fundiert wissenschaftliche Aussage dazu möglich, wie viele Wölfe derzeit in Deutschland lebten.

Kritiker fordern eine Begrenzung auf Tausend Tiere. Klar sei nur, so das Bundesumweltministerium, dass „die Reproduktion der deutschen Wolfspopulation“ als positiv einzuschätzen sei. FDP-Politiker Busen bezeichnete ein Wolfsmonitoring innerhalb von Landesgrenzen als realitätsfern.

So viele Nutztiere wurden attackiert

2017 haben Wölfe nach den Zahlen der Bundesregierung allein in Deutschland nachweislich 1636 Nutztiere gerissen – vorrangig Schaf, aber auch zwei Alpakas und zwei Hunde. Zahlen für 2018 würden derzeit noch ausgewertet, so das Ministerium.  

Wölfe, die wiederholt Sicherheitsvorkehrungen überwinden, dürfen bereits jetzt getötet werden. In Schleswig-Holstein und Niedersachsen haben die jeweiligen Umweltminister derzeit jeweils einen Problem-Wolf zum Abschuss freigegeben. Allerdings ist es bislang nicht gelungen, die Tiere zu erlegen. 



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