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17.04.2019, 16:50 Uhr PROTESTE FÜR UMWELTSCHUTZ

Prima Klima dank Greta Thunberg?

Ein Kommentar von Uwe Westdörp


Papst Franziskus (l) begrüßt die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg (r) und ihren Vater, Svante Thunberg (M), während seiner wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz im Vatikan.  Foto: Uncredited/Vatican Media/AP/dpaPapst Franziskus (l) begrüßt die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg (r) und ihren Vater, Svante Thunberg (M), während seiner wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz im Vatikan. Foto: Uncredited/Vatican Media/AP/dpa

Osnabrück. Fröhliche Gesichter, ein Händedruck und Worte der Ermunterung: Greta Thunberg und Papst Franziskus haben sich auf dem Petersplatz in Rom getroffen. Die schwedische Klimaaktivistin genießt noch immer große Aufmerksamkeit. Ob ihre Bemühungen von Erfolg gekrönt sein werden, steht gleichwohl in den Sternen. Ein Kommentar.

Nun hat sie also auch noch den Papst getroffen: Greta Thunberg schwimmt immer noch auf einer Welle der Solidarität und Sympathie. Zehntausende von Schülern folgten bislang Freitag für Freitag ihrem Aufruf zu Protesten für den Klimaschutz. Zahlreiche  Politiker hören sich an, was die 16-Jährige zu sagen hat. Ihre Beharrlichkeit und die Dringlichkeit ihrer Themen hinterlassen einen tiefen Eindruck – und das zu recht.

Natürlich kann man über die Form der Proteste streiten. Doch wer den Schülern wegen ihrer Schulstreiks Regelverstöße vorwirft, sollte nicht vergessen, dass den größeren Regelverstoß andere begehen: die Politiker. Sie haben – etwa im Pariser Klimaschutzabkommen – versprochen, den Temperaturanstieg auf  2,0 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Dass die Staaten das Ziel erreichen werden, ist aber nicht zu erkennen.

Nicht einmal ein so reiches und mit Wirtschaftswachstum gesegnetes Land wie Deutschland, das einst eine Vorreiterrolle inne hatte, erfüllt seine klimapolitischen Versprechen. Das ist der eigentliche Skandal und muss im Vordergrund der Debatte stehen.

Die streikenden Schüler sind keineswegs rebellisch, nicht einmal respektlos. Sie tun das Normalste von der Welt: Sie nehmen die Politiker beim Wort. Dafür verdienen sie keinen Spott, sondern Respekt.


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