Teuteberg neue Generalsekretärin FDP zieht mit ostdeutscher "Sturmspitze" in Wahlen

Linda Teuteberg,Bundestagsabgeordnete aus Potsdam, soll neue Generalsekretärin der FDP werden Foto: imago images /popowLinda Teuteberg,Bundestagsabgeordnete aus Potsdam, soll neue Generalsekretärin der FDP werden Foto: imago images /popow

Berlin. Mit der Juristin Linda Teuteberg soll eine Frau aus Ostdeutschland neue Generalsekretärin der FDP werden. „Sie gehört zu der Generation U40 und ist dennoch sehr erfahren“, hob der Chef der Liberalen, Christian Lindner, gestern in Berlin hervor.

 „Und sie weiß, dass Politik ein Mannschaftssport ist, auch wenn sie jetzt die Sturmspitze ist “, fügte er bei der Vorstellung der 37-Jährigen noch hinzu. Lindner zielte damit auf den bekannten Vorwurf ab, wonach die FDP eine „One-Man-Show“ und lediglich auf seine Person bezogen sei. Teuteberg, die aus Brandenburg stammt und ihre Parteikarriere 1998 bei den Jungen Liberalen begann, wird sich auf dem FDP-Bundesparteitag am letzten April-Wochenende zur Wahl stellen. Sie würde die bisherige Generalsekretärin Nicola Beer ablösen, die als Spitzenkandidatin der Liberalen in die Europawahl am 26. Mai geht und stellvertretende Parteivorsitzende werden will.  

  Mit der in Potsdam lebenden Anwältin Teuteberg setzt Lindner auch ein Zeichen vor den im Herbst anstehenden wichtigen Wahlen in Ostdeutschland. Dort wird in Brandenburg, Sachsen und Thüringen ein neuer Landtag gewählt. In allen drei Bundesländern sind die Liberalen nicht im Landtag vertreten. In den neuen Bundesländern wird die Flüchtlingspolitik der großen Koalition von Union und SPD und insbesondere von Kanzlerin Angela Merkel scharf kritisiert.

Eine Generalistin

Der FDP-Parteichef nannte die künftige Generalsekretärin eine „Generalistin“, die gegenüber den Ostdeutschen nicht den „Kümmererton von oben herab“ an den Tag lege, in den Westdeutsche gern verfielen. Besondere Stärke habe die Bundestagsabgeordnete zudem in der Migrationspoilitik gezeigt. Teuteberg hat laut Lindner Weltoffenheit und Empathie bewiesen und zugleich auf Vernunft gepocht, indem sie in der Flüchtlingspolitik die Anwendung des geltenden Rechts forderte .

Teuteberg steht nach eigenen Worten für eine klar geregelte Zuwanderung und die konsequente Durchsetzung der Ausreisepflicht, ohne das Recht auf Asyl aushöhlen zu wollen. An die Adresse der Grünen sagte sie, es gehe in der Migrationspolitik nicht nur um ein Signal des Willkommens, sondern auch darum, die Ausreisepflicht durchzusetzen,“ wenn jemand keinen Anspruch auf Asyl oder vorübergehenden Flüchtlingsschutz" habe.

Die 37-Jährige, die künftig der Wahlkämpfe der FDP organisiert, präsentierte sich gestern redegewandt und ohne jede Aufgeregtheit. Sie kündigte „einen klugen Kampf um die Mitte“ an. Sie nannte es wichtig, ostdeutsche Probleme als gesamtdeutsche Probleme zu sehen. Sie will zudem den Frauenanteil in der auf diesem Gebiet sehr schwachen FDP stärken; dies „ohne Quote, aber mit verstärkten Anstrengungen“.


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