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15.04.2019, 17:37 Uhr NEUES EU-URHEBERRECHT

Sieg der Meinungsfreiheit

Ein Kommentar von Michael Clasen


Gegner der Urheberrechtsreform behaupteten, durch die Reform komme es zur Zensur. Foto: dpaGegner der Urheberrechtsreform behaupteten, durch die Reform komme es zur Zensur. Foto: dpa

Osnabrück. Jetzt ist es durch, das neue EU-Urheberrecht. Mehrheitlich stimmten die EU-Staaten dem umstrittenen Vorhaben zu. Stirbt nun das Internet, wie Kritiker über Monate warnten?

Nein. Die beispiellose Kampagne der Internetkonzerne wie Google und Facebook gegen die Reform ist ein Beleg für die Rücksichtslosigkeit mancher Lobbyverbände. Sie schrecken auch nicht vor Fake News zurück, um die eigenen Interessen durchzusetzen. Das Internet muss nicht gerettet werden, es wird auch künftig fortbestehen. Auch die Furcht vor einer Zensur ist völlig abwegig. Gerade durch die Reform wächst die Chance, dass die künstlerische Vielfalt und die Pluralität seriöser Nachrichtenquellen erhalten bleiben. Denn einen entscheidenden Unterschied zu heute wird es künftig geben: Die Plattformen sollen es schwerer haben, mit den künstlerischen Werken Dritter Profit zu machen, ohne die Urheber angemessen an den Gewinnen zu beteiligen. Deshalb haben Komponisten, Musiker, Rundfunk-Anbieter, Filmemacher und Journalistenverbände sich für ein neues Urheberrecht stark gemacht. Es geht letztlich um das finanzielle Überleben unabhängiger Medienschaffender im digitalen Zeitalter.  

Die Niederlage von Facebook, Google und Co zeigt, dass deren Macht aus Daten, User und Algorithmen auf Grenzen stößt – noch zumindest.  


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