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15.04.2019, 15:12 Uhr KOMMENTAR

Verspätete Regionalzüge: Nicht appellieren, zahlen!

Ein Kommentar von Melanie Heike Schmidt


Wer ein Zugticket bucht, bucht oft die Unsicherheit mit: Werde ich pünktlich ankommen? Foto: Peter Gercke/ZB/dpaWer ein Zugticket bucht, bucht oft die Unsicherheit mit: Werde ich pünktlich ankommen? Foto: Peter Gercke/ZB/dpa

Osnabrück. Wenn es mal wieder länger dauert: Fahrgäste von Regionalzügen müssen häufig auf ihre Verbindung warten, vor allem in Norddeutschland kommen viele Züge zu spät. Das muss sich ändern, vor allem der ländliche Raum droht abgehängt zu werden.

Wer mit dem Regionalzug von A nach B fahren will oder muss, weil er zur Arbeit, Schule oder Uni pendelt, kennt das: Der Zug kommt zu spät, schleicht vor sich hin oder bleibt stehen. Gründe sind Bauarbeiten, kaputte Technik oder der Rückstau vor Bahnhöfen und eingleisigen Bereichen. Zwar ist die Lage im Fernverkehr noch schlimmer, aber auch im Nahbereich liegt einigen im Argen. Das Nachsehen hat der Fahrgast. Das muss sich ändern.

Andernfalls steigen immer mehr um aufs Auto, die Staus wachsen. Und die Bahn schließt weitere Strecken mit der fadenscheinigen Begründung, sie würden nicht nachgefragt. Abgesehen davon, dass viele Verbindungen von privaten Anbietern abgedeckt werden. Auch sie kommen zu spät. Nur auf die Bahn zu zeigen, wäre zu kurz gesprungen.

Die Probleme im Bahnverkehr sind komplex. Doch Lösungen gäbe es. Für das marode Streckennetz etwa, das Bahn wie Private nutzen, bräuchte es einen Masterplan – eine fast illusorische Idee angesichts absurd kleinteiliger Organisationsstrukturen. Oder der Lokführer-Mangel. Dagegen hilft keine Wunschzahl, wie viele Mitarbeiter man einzustellen gedenkt, sondern eine gezielte Aus- und Fortbildungsinitiative. Nicht zuletzt ist der Bund gefragt: Er investiert zu wenig in die Schiene. Wer die Bahn fördern will, muss nicht appellieren, sondern zahlen.


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