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11.04.2019, 17:13 Uhr KOMMENTAR

Sicherheit von Fußgängern: Kopf hoch!

Ein Kommentar von Melanie Heike Schmidt


Aufs Smartphone schauen statt auf die Ampel und den Straßenverkehr? Keine gute Idee. Foto: dpaAufs Smartphone schauen statt auf die Ampel und den Straßenverkehr? Keine gute Idee. Foto: dpa

Osnabrück. d

Keine Frage, 457 getötete Fußgänger im Jahr 2018 sind 457 zu viel. Doch allein auf Auto- und Lastwagenfahrer zu zeigen, wird der Sache nicht gerecht. Sicherheitsassistenten und Karosserien helfen schon jetzt, Schlimmeres zu verhindern, die Zahl der Toten sinkt. Sie könnte niedriger sein, würden alle mehr Acht geben.

Die meisten Unfälle geschehen beim Überqueren der Straße, also dann, wenn ein Fußgänger den geschützten Bereich des Gehwegs verlässt und – salopp gesagt – das deutlich gefährlichere Revier des motorisierten Verkehrs betritt. An diesen neuralgischen Punkten, also an Ortsdurchfahrten, Zebrastreifen oder Kreuzungen, heißt es für alle: Aufpassen! Doch jeder Autofahrer, der schon einmal an einer Ampel gewartet hat, kennt das: Fußgänger laufen einfach los, mit gesenkten Köpfen, den Blick starr auf die Smartphones gerichtet. Wahnwitzige 45 Prozent benutzen das Handy auch dann, wenn sie eine Straße queren. Kopf hoch, möchte man da rufen.

Während bei Auto- und Radfahrern längst der Bußgeldkatalog erweitert wurde, um die Ablenkung durch mobile Geräte zu minimieren, klafft bei Fußgängern hier eine Lücke. Zwar steht in der Straßenverkehrsordnung: „Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.“ Doch vielleicht wären Bußgelder für allzu abgelenkte Fußgänger doch keine so schlechte Idee? 


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