zuletzt aktualisiert vor

Viele Parteien, wenig Stimmen So sieht der Stimmzettel für die Europawahl aus

Wie sieht der Stimmzettel für die Europawahl 2019 aus? Vor allem sehr lang. Foto: imago/photothekWie sieht der Stimmzettel für die Europawahl 2019 aus? Vor allem sehr lang. Foto: imago/photothek

Brüssel. Wenn die 500 Millionen EU-Bürger Ende Mai zur Europawahl 2019 gerufen sind, müssen sie einen langen Stimmzettel ausfüllen. Hier erfahren Sie, wie der Stimmzettel aussieht und wie die Stimmabgabe funktioniert.

Damit Sie wissen, was bei der anstehenden Europawahl (Deutschland wählt am 26. Mai 2019) auf Sie im Wahllokal zukommt, gibt es hier alle Infos zum Stimmzettel bei der Europawahl 2019. (Lesen Sie auch: Alle Infos, die Sie zur Europawahl 2019 wissen müssen)

Wie sieht der Stimmzettel bei der Europawahl 2019 aus?

Wer schon einmal seine Stimme bei einer Bundestagswahl abgegeben hat, erkennt auf den ersten Blick keine großen Unterschiede zum Europawahl-Stimmzettel. Was aber auffällt: Der Stimmzettel für die Europawahl 2019 ist deutlich länger, als der bei einer Bundestagswahl. Der deutsche Stimmzettel zur Wahl des Europäischen Parlaments ist fast einen Meter lang. Jeder Wähler kann sich zwischen 40 Parteien und politischen Vereinigungen entscheiden. 39 von ihnen treten in allen Bundesländern an. In Bayern geht die CSU ins Rennen, in allen anderen Ländern stattdessen die CDU. Anders als bei der Bundestagswahl hat jeder Wahlberechtigte nur eine Stimme. Das liegt daran, dass es keine Sperrklausel im deutschen Europawahlgesetz gibt.

Das bedeutet, dass Parteien oder politische Vereinigungen keine Fünf-Prozent-Hürde überspringen müssen, um ins Parlament einzuziehen. So haben auch kleinere Parteien eine Chance auf einen der 705 Sitze im neuen Europäischen Parlament. Voraussichtlich gibt es diesen Vorteil 2019 jedoch zum letzten Mal. Zur übernächsten Europawahl 2024 soll die Sperrklausel auch in Deutschland gelten. 

Von Bundesland zu Bundesland sehen die Stimmzettel anders aus: Die Reihenfolge der Parteien orientiert sich zunächst am Ergebnis der vergangenen EU-Wahl im jeweiligen Bundesland. Dahinter kommen die Parteien und Vereinigungen, die seinerzeit nicht teilgenommen haben.

Angekreuzt wird eine Wahlliste, auf der höchstens die Kandidaten der Listenplätze eins bis zehn namentlich angeführt sind. Auf die Reihenfolge hatten sich die Parteien und Vereinigungen jeweils intern geeinigt. Eine Liste kann bundesweit aufgestellt sein (wie etwa bei SPD, Grünen, Linken oder AfD) oder nur für ein Bundesland gelten (wie bei der Union).

Hier geht's zum Wahl-O-Mat zur Europawahl 2019

Welche Regeln gelten für die Europawahl 2019?

Wahlberechtigte EU-Bürger haben bei der Europawahl 2019 eine Stimme. Mit dieser wird nicht etwa ein bestimmter Europawahl-Kandidat gewählt, sondern die Liste einer Partei mit dem Spitzenkandidaten. Sie können sich nicht für einen Kandidaten entscheiden, sondern diese geschlossene Liste nur als Ganzes in festgelegter Reihenfolge wählen.

Machen Sie das Quiz: Sind Sie schon fit für die Europawahl?

Auf dem Stimmzettel zur Europawahl 2019 sind alle Listenkandidaten unter ihrer jeweiligen Partei aufgeführt. Die Reihenfolge richtet sich nach den Wahlergebnissen der letzten Europawahl. Die stärkste Partei steht an erster Stelle. 2014 sah der Stimmzettel bei der Europawahl so aus:

Foto: imago/Stefan M Prager

Wie genau funktioniert die Wahlliste bei der Europawahl 2019?

Parteien, die zur Europawahl antreten, legen schon vorher fest, welche Politiker für einen Sitz im Parlament kandidieren. Die Namen der Kandidaten finden Wähler dann auf den Europawahl-Stimmzetteln. Nominiert wurden die Politiker auf den jeweiligen Parteitagen. Wer die meisten Stimmen erhält, steht auf Listenplatz 1 der Wahlliste; der Zweitplatzierte auf Listenplatz 2 und so weiter. 

Die meisten Parteien in Deutschland stehen mit einer Bundeswahlliste auf den Europa-Wahlzetteln. Das heißt: Die aufgestellten Kandidaten der Parteien sind in jedem Bundesland die gleichen. Nur die Unionsparteien CDU und CSU schicken für jedes Bundesland eigene Spitzenkandidaten ins Rennen, gehen also mit Landeslisten in die Europawahl 2019.

Wie viele der Listenabgeordneten einen Sitz im Europaparlament bekommen, ist abhängig von der Stimmenanzahl, die sie bei der Europawahl erzielen. Die Sitze werden proportional zur Stimmenanzahl berechnet (Verhältniswahl). Je mehr Stimmen eine Partei bekommt, desto mehr Kandidaten erhalten einen Sitz. Die Sitze werden absteigend nach Listenplatz vergeben.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN