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31.03.2019, 18:12 Uhr KOMMENTAR

Förderung der E-Mobilität alleine hilft nicht

Ein Kommentar von Nina Kallmeier


Die Elektromobilität soll nach dem Willen von Verkehrsminister Andreas Scheuer weiter gefördert werden. Er fordert eine Milliarde Euro, um Anreize für private Ladesäulen zu schaffen. Foto: David EbenerDie Elektromobilität soll nach dem Willen von Verkehrsminister Andreas Scheuer weiter gefördert werden. Er fordert eine Milliarde Euro, um Anreize für private Ladesäulen zu schaffen. Foto: David Ebener

Osnabrück. Damit Deutschland seine Klima-Ziele schafft, muss der CO2-Ausstoß drastisch sinken. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will nun eine Milliarde für eine Förderung privater E-Ladesäulen. Ein Kommentar.

Nun will Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) also das nächste Förderprogramm für E-Mobilität auflegen. Eine Milliarde Euro soll Finanzminister Olaf Scholz sofort lockermachen, um den Deutschen den Bau ihrer privaten Ladestation und damit den Umstieg auf ein Elektrofahrzeug schmackhaft zu machen. Mal ganz abgesehen davon, dass das Verkehrsressort nicht als einziges um mehr Gelder buhlt, ist eine zusätzliche Förderung nicht die Lösung, um Elektromobilität in Deutschland in Schwung zu bringen.

Schon die E-Auto-Prämie wird bundesweit nur schleppend abgerufen. Und diverse Umfragen verdeutlichen das eigentliche Problem: Die Bevölkerung ist skeptisch. Skeptisch gegenüber der Reichweite eines Elektrofahrzeugs. Skeptisch, dass sich die politisch verordnete Antriebstechnologie dauerhaft durchsetzen wird. Skeptisch, dass der öffentliche Ausbau der Ladeinfrastruktur schnell vorankommt. Und vielleicht auch skeptisch, dass sich die Politik in einem Jahrzehnt nicht einer neuen Antriebstechnologie widmet und Mehrinvestitionen umsonst getätigt wurden. Das lässt nicht darauf schließen, dass eine neuerliche Prämie das Thema E-Mobilität der breiten Öffentlichkeit erfolgreicher vermittelt. Dafür bräuchte es das Vertrauen in die Politik, dass ihr Engagement in E-Mobilität langfristig angelegt ist. Dieses Vertrauen muss sich die Regierung noch erarbeiten.


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