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31.03.2019, 17:15 Uhr FACEBOOK-CHEF FORDERT REGULIERUNG

Schärfere Regelungen für Online-Netzwerke: Die große Heuchelei

Ein Kommentar von Erhard Böhmer


Jetzt setzt sich mit Mark Zuckerberg der Facebook-Gründer für mehr Regulierung im Internet ein.  Foto: Fabian Sommer/dpaJetzt setzt sich mit Mark Zuckerberg der Facebook-Gründer für mehr Regulierung im Internet ein. Foto: Fabian Sommer/dpa

Osnabrück.. Facebook-Chef Mark Zuckerberg drängt auf eine stärkere Regulierung des Internets. Dafür werde auch eine "aktivere Rolle von Regierungen und Regulierungen" benötigt.

Reflexhaft werden wieder viele auf Facebook-Chef Mark Zuckerberg einschlagen. Man wird ihm Heuchelei vorwerfen: dass gerade er eine stärkere Regulierung von sozialen Online-Netzwerken fordert. Die Debatte strotzt vor Halbwahrheiten – und die stammen nicht allein von Zuckerberg.

Das Internet als Plattform der großen Freiheit, überall werden kostenlos Dienste angeboten. Facebook, Twitter, Instagram, Whatsapp und, und, und: kosten nichts, bieten aber schier unendliche Möglichkeiten der Kommunikation und der Informationsverbreitung.

Zur Wahrheit gehört, dass auch nach zahlreichen Skandalen der Großteil der Menschen nahezu blindlings durch das Netz surft. Kaum jemand liest ernsthaft die Geschäftsbedingungen oder kümmert sich um volle Kontrolle der eigenen Daten. Die Faulheit der Nutzer ist Teil des Geschäftsmodells. Facebook und alle anderen Internetriesen wollen möglichst viel Geld verdienen. Darf man ihnen das vorwerfen? Nein.

Die Nutzer haben aber weiter die Freiheit, auf diese Dienste zu verzichten. Oder sie sehen endlich ein, dass es auch im Internet nichts geschenkt gibt. Entweder wird für Informationen, Unterhaltung oder Dienstleistung direkt ein fairer Preis gezahlt, oder die Anbieter verschaffen sich ihre Einnahmen anders.


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