Urteil zu Polizeikosten bei Fußball Polizeigewerkschaft: Geld an Polizisten auszahlen

Rainer Wendt, Vorsitzender der Polizeigewerkschaft DPolG, fordert, die Gebühren der Fußballliga DFL an Polizisten im Einsatz als Zulage weiterzuleiten. Foto: Carmen Jaspersen/dpaRainer Wendt, Vorsitzender der Polizeigewerkschaft DPolG, fordert, die Gebühren der Fußballliga DFL an Polizisten im Einsatz als Zulage weiterzuleiten. Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Osnabrück. Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden: Fußball-Vereine können grundsätzlich an den Kosten für zusätzliche Polizeieinsätze bei Hochrisiko-Spielen beteiligt werden. Die Polizeigewerkschaft hat auch schon eine Idee, was mit den Millioneneinnahmen passieren soll.

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) Rainer Wendt forderte gegenüber unserer Redaktion, die zu erwartende Gebühr der Fußball-Liga DFL direkt als Einsatzzulage an die Bereitschaftspolizei auszuzahlen: „Das Geld muss weitergeleitet werden an die Polizisten, die Woche für Woche ihren Kopf dafür hinhalten, dass hochkarätige Fußballspiele überhaupt stattfinden können.“ Wendt schlägt einen "kleinen Obulus“ für jeden Bereitschaftspolizisten im Einsatz vor. Zur Begründung sagte er: „Diese Beamte riskieren ihr Leben und ihre Gesundheit, um Hooligans und Fußball-Gewalt zu stoppen und sollten dafür belohnt werden.“ Wendt hält hundert Euro im Monat für angemessen. Als Vorbild nannte der Polizeigewerkschafts-Vorsitzende das Land Brandenburg, das bereits für alle Kräfte der Bereitschaftspolizei eine Zulage von 60 Euro eingeführt habe.  

Es geht um Millionenbeträge

Aus Sicht der Deutschen Polizeigewerkschaft sollte die DFL insgesamt eine pauschale Gebühr von 50 Millionen Euro pro Saison zahlen – die tatsächlichen Kosten für Polizeieinsätze liegen nach Worten Wendts etwa doppelt so hoch.  

Gewerkschaft sieht Urteil positiv

Die Gerichtsentscheidung stimmt den Gewerkschaftschef nach eigenen Worten optimistisch: „Wir sehen die Entscheidung sehr positiv, weil die Gebühren für die DFL grundsätzlich als rechtens angesehen werden.“ Das Oberverwaltungsgericht Bremen, das nun am Zuge sei, habe schon einmal zugunsten Bremens entschieden und geurteilt, dass der Staat solche Gebühren für den Polizeieinsatz bei Fußballspielen erheben dürfe: „Ich bin sicher, dass die DFL, die Milliarden mit dem Fußball verdient, an den Kosten beteiligt werden wird. Das Ganze wird dann Modellcharakter für andere Bundesländer haben. Wir sind sehr zufrieden“, so Wendt.

BVG: Vereine können an Kosten beteiligt werden

Das Bundesverwaltungsgericht hatte am Freitag in Leipzig entschieden, dass Fußball-Vereine grundsätzlich an den Kosten für zusätzliche Polizeieinsätze bei Hochrisiko-Spielen beteiligt werden können. Den konkreten Streitfall zwischen der Deutschen Fußball Liga und der Freien Hansestadt Bremen verwies das Gericht allerdings zurück an das Oberverwaltungsgericht Bremen.

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