Diskutieren Sie mit Europa vor der Schicksalswahl? NOZ-Agenda mit David McAllister und Bernd Lucke

Woher weht der Wind zur Europawahl? In Brüssel und anderswo wächst die Sorge, dass es bei der Stimmabgabe im Mai eine Quittung für Reformstau und EU-Verdruss geben könnte. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpaWoher weht der Wind zur Europawahl? In Brüssel und anderswo wächst die Sorge, dass es bei der Stimmabgabe im Mai eine Quittung für Reformstau und EU-Verdruss geben könnte. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Osnabrück. Der Europawahl widmet sich die nächste NOZ-Agenda im Medienzentrum. Im Gespräch mit NOZ-Chefredakteur Ralf Geisenhanslüke erwarten Sie am Freitag den 5. April folgende Gäste: David McAllister, Chef des Auswärtigen Ausschusses im EU-Parlament, Andrea Lenschow, Direktorin des Jean Monnet Instituts für Europastudien der Uni Osnabrück sowie Bernd Lucke, AfD-Mitbegründer und EU-Skeptiker.

Seit Jahren befindet sich die EU im Ausnahmezustand. Auf die Finanzkrise folgten Flüchtlingsstrom und Brexit. 2019 könnte nun zu einem besonders schicksalsträchtigen Jahr werden. Denn mit der Europawahl im Mai drohen sich die Mehrheiten im Europäischen Parlament wie nie zuvor zu verschieben. 

Derzeit deutet alles darauf hin, dass Christ- und Sozialdemokraten ihre absolute Mehrheit zugunsten kleinerer Parteien verlieren. Die großen Gewinner könnten nationalistische und europaskeptische Parteien sein. Damit wäre die europäische Integration nicht mehr selbstverständlich. Und die neuen Mehrheitsverhältnisse könnten die Arbeit der Volksvertretung massiv erschweren.  

Was aber bedeutet das für den Alltag der 500 Millionen EU-Bürgerinnen und Bürger? Müssen sie um die Freizügigkeit fürchten? Warum mangelt es so vielen Menschen heute an Akzeptanz für das Projekt Europa? Wie müsste sich die EU wandeln, um das zu ändern? Was können Europas Volksvertreter dazu beitragen? Welche Herausforderungen kommen nach der Wahl in der nächsten Legislaturperiode auf die Gemeinschaft zu? Rückt ein Deutscher an die Spitze der EU-Kommission? Und wird es die Europäische Union in ihrer jetzigen Form in zehn Jahren überhaupt noch geben?

Diesen und anderen Fragen widmet sich die nächste NOZ-Agenda-Veranstaltung. Neben einer Zeitungsserie zur Europawahl im Vorfeld lädt die Redaktion zu einer Podiumsdiskussion ins Medienzentrum nach Osnabrück mit Chefredakteur Ralf Geisenhanslüke als Moderator ein. 

Anmeldung

Sie wollen am 5. April dabei sein? So geht's
Die NOZ-Agenda zur Europawahl findet am Freitag den 5. April im Osnabrücker Medienzentrum, Breiter Gang 10-16 statt. Für Ihre Anmeldung arbeiten wir mit dem Portal Eventbrite zusammen. Registrieren Sie sich hier online. Außerdem ist eine telefonische Kartenreservierung möglich unter der Rufnummer: 0541 – 310 1000 (Montags bis Freitags jeweils 10.00 bis 13.00 Uhr)
Die Zahl der Plätze ist begrenzt. Der Eintritt ist frei. Einlass ist ab 17.30 Uhr, die Veranstaltung beginnt um 18.00 Uhr.

Zur NOZ-Agenda am Freitag, den 5. April erwarten Sie am 18.00 Uhrfolgende Gäste:

David McAllister gehört seit 2014 dem Europaparlament an und ist dort Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses. Der CDU-Politiker weiß um die Rolle Europas auf internationalem Parkett – und die damit verbundenen Herausforderungen und Schwierigkeiten. 

David McAllister, Chef des Auswärtigen Ausschusses im Europaparlament und ehemaliger Regierungschef des Landes Niedersachsen. Foto: Peter Steffen, dpa

Als ehemaliger Ministerpräsident des Landes Niedersachsen ist der CDU-Politiker aber auch bestens vertraut mit den Auswirkungen europäischer Politik auf die Regionen. Das bevorstehende Ausscheiden der Briten aus der Europäischen Union sieht McAllister als großen Verlust – schließlich hat seine Familie schottische Wurzeln. Sein Motto: Europa stärken heißt Deutschland stärken!

Dr. Andrea Lenschow ist Direktorin des Jean Monnet Center of Excellence in European Studies der Universität Osnabrück. Die Professorin für "Europäische Integration" im Fachbereich Sozialwissenschaften hat in Kiel und den USA Wirtschaft, Soziologie und Politikwissenschaften studiert. Mehrjährige Forschungsaufenthalte und Lehrtätigkeiten führten Lenschow unter anderem in die Niederlande, nach Österreich und nach Italien.

Andrea Lenschow, Direktorin des Jean Monnet Center of Excellence in European Studies der Universität Osnabrück. Foto: Michael Gründel/NOZ

Ein besonderes Augenmerk legte sie dabei auf die europäische Umwelt- und Regionalpolitik. Zur bevorstehenden Europawahl erläutert Lenschow die Europäisierung nationaler Politik ebenso wie Theorien zur Entwicklung des politischen System der EU – und deren Zukunft.

Dr. Bernd Lucke hat sich vor allem während der europäischen Finanzkrise als Kritiker der Hilfspakete für Griechenland und des Euros einen Namen gemacht. Er ist Mitbegründer und Ex-Vorsitzender der Alternative für Deutschland (AfD), die er 2015 verließ, weil ihm die Partei zu extrem wurde. 

Bernd Lucke, Europaabgeordneter mit kritischer Sicht auf die Gemeinschaft. Foto: Alexis Haulot/LKR

Nach seinem Ausscheiden gründete Lucke die Partei Allianz für Fortschritt und Aufbruch (ALFA), die sich später in Liberal-Konservative Reformer (LKR) umbenannte und deren Vorsitzender er heute ist. Einer automatisch fortschreitenden Integration der EU steht Lucke skeptisch gegenüber. So hält der beurlaubte Wirtschaftsprofessor beispielweise die Einrichtung eines Europäischen Währungsfonds für rechtswidrig. Lucke sitzt seit 2014 im EU-Parlament und gehört dort der nationalkonservativen EKR-Fraktion an; sie ist die drittgrößte Fraktion in der Kammer.


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