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25.03.2019, 16:55 Uhr KOMMENTAR

Trumps Russland-"Affäre": Die Tugendwächter als Täter

Ein Kommentar von Burkhard Ewert


Seine Kritiker wollten US-Präsident Donald Trump mit Russland-Vorwürfen aus dem Amt jagen. Das Ende der Untersuchung dürfte ihn nun sogar stärken. Foto: Carolyn Kaster/AP/dpaSeine Kritiker wollten US-Präsident Donald Trump mit Russland-Vorwürfen aus dem Amt jagen. Das Ende der Untersuchung dürfte ihn nun sogar stärken. Foto: Carolyn Kaster/AP/dpa

Osnabrück. Donald Trump ist unschuldig. Er hat keine finsteren Absprachen mit den Russen getroffen, die seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl in den USA heimlich herbeigeführt hätten. Interessant, wie schwer diese Einsicht seinen Gegnern fällt. Ein Kommentar.

Wer fest auf eingefahrenen Gleisen wandelt, konnte seine Niederlage nur schwer eingestehen. Trump sei trotzdem ungeeignet, hieß es trotzig. Noch sei der Untersuchungsbericht nicht im Wortlaut bekannt, gaben andere zu bedenken. Und der amerikanische Regierungschef habe vielleicht nicht alles getan, was in seiner Macht steht, um die Ermittlungen gegen ihn zu unterstützen.

Die Einsicht schmerzte offenkundig, und doch ist klar: Die Russland-Behauptung ist hinfällig. Sie hat sich als Legende entpuppt, die maßgeblich von der Verliererin Hillary Clinton und trumpfeindlichen Teilen der Medien gepflegt wurde. 

Grund Nummer eins war, das Versagen der Demokraten zu entschuldigen. Grund Nummer zwei war, dass es sich Trumps Gegner bis in die deutsche Politik und Öffentlichkeit hinein schlicht nicht vorstellen können, dass beträchtliche Teile der Bevölkerung die Unverschämtheit besitzen, nicht ihrer Meinung zu sein. Das, so lautet die Behauptung dann, könne ja nur auf Irreführung oder illegale Absprachen oder beides zurückgehen, nicht aber auf eine freie Meinungsbildung.

Alles zusammen führte zu einer politischen Kampagne. Wer an der Verschwörungstheorie festhält, kann sich auch gleich einen Hut aus Aluminium aufsetzen. Die Kampagne beweist übrigens auch, was geschieht, wenn man im Namen einer guten Sache den Pfad der Tugend verlässt: Man wird selbst zum Täter. Im aktuellen Fall mehr als Trump.  

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