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22.03.2019, 17:12 Uhr STREIT UM URHEBERRECHTSREFORM

Nein, das Internet geht nicht kaputt

Ein Kommentar von Uwe Westdörp


Plakativ verkürzte Kritik an der Urheberrechtsreform: Kommen so genannte Upload-Filter  beim Hochladen von Texten, Bildern  und Filmen ins Internet zum Einsatz, befürchteten viele Kritiker der Reform um die Freiheit im Netz.  Foto: Christoph Soeder/dpaPlakativ verkürzte Kritik an der Urheberrechtsreform: Kommen so genannte Upload-Filter beim Hochladen von Texten, Bildern und Filmen ins Internet zum Einsatz, befürchteten viele Kritiker der Reform um die Freiheit im Netz. Foto: Christoph Soeder/dpa

Osnabrück. Der Streit ums Urheberrecht spitzt sich zu. Vor der entscheidenden Runde zur Urheberrechtsreform im EU-Parlament gehen erneut die Kritiker auf die Straße. Gleichzeitig melden sich auch viele Befürworter zu Wort, - mit guten Argumenten. Ein Kommentar.

Geht jetzt das Internet kaputt? Kritiker der Urheberrechtsreform malen den Teufel an die Wand. Wirklich überzeugend sind ihre Argumente nicht.

Es muss endlich Schluss sein mit der massenhaften Verletzung von Urheberrechten. So wie jeder Handwerker, jeder Landwirt, jeder Arzt und jeder Tankwart Geld für seine Waren und Leistungen erhält, so müssen auch Künstler, Autoren und Verlage einen gerechten Anteil an den Gewinnen erhalten, die mit ihren Werken erzielt werden. Bislang profitieren vor allem Konzerne wie Google und Facebook, wenn Texte, Bilder und Filme ins Internet hochgeladen werden. Denn so entsteht ein attraktives Umfeld für jede Menge Werbung.

Die Urheber am Gewinn zu beteiligen, ist überfällig. Und es sorgt gerade für jene Informationsfreiheit, die so viele Kritiker jetzt in Gefahr sehen. Denn ohne auskömmliche Finanzierung können Künstler, Fotografen, Journalisten und Zeitungen nicht überleben.

Die Filter, mit denen nach Verstößen gegen das Urheberrecht gesucht werden soll, sind zwar keine besonders elegante Lösung. Doch lassen sie sich umgehen. So gibt es in der EU viele Rechteverwertungsgesellschaften, mit denen man Verträge schließen kann – ein kleiner Schritt für Plattformbetreiber, ein großer Fortschritt zur Existenzsicherung der Urheber und zum Erhalt der Pressevielfalt.


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