Brasiliens Staatschef Bolsonaro "Tropen"-Trump bei Donald Trump: Trikottausch unter "wahren Verbündeten"

Von dpa, lod und afp

Gastgeschenke: Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro (von links) und US-Präsident Donald Trump tauschen Trikots aus. Foto: AFP/Brendan SmialowskiGastgeschenke: Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro (von links) und US-Präsident Donald Trump tauschen Trikots aus. Foto: AFP/Brendan Smialowski

Washington. Die USA und Brasilien wollen mit dem Besuch des neuen, rechtskonservativen Staatschefs Jair Bolsonaro bei US-Präsident Donald Trump ihre Beziehungen neu ordnen.

US-Präsident Donald Trump und Brasiliens ultrarechter Staatschef Jair Bolsonaro haben bei ihrem ersten Treffen große Einigkeit demonstriert. "Brasilien und die Vereinigten Staaten waren sich nie näher, als wir es jetzt sind", sagte Trump am Dienstag in Washington. Er brachte sogar eine Nato-Mitgliedschaft des südamerikanischen Landes ins Spiel. Er habe vor, "Brasilien zu einem wichtigen Nicht-Nato-Verbündeten zu ernennen oder vielleicht, wenn man darüber nachdenkt, vielleicht zu einem Nato-Verbündeten", sagte Trump.

"Ich muss mit einer Reihe von Leuten reden", so dass Brasilien "vielleicht ein Nato-Verbündeter" werden könne, fügte der US-Präsident vor Journalisten hinzu. Eine Aufnahme Brasiliens in das transatlantische Verteidigungsbündnis würde "die Sicherheit und Zusammenarbeit unserer Länder außerordentlich voranbringen".

Regierung pro-amerikanisch ausgerichtet

Vor seinem Besuch bei Trump im Weißen Haus hatte Bolsonaro ein Abkommen unterzeichnet, wonach die USA Brasiliens Weltraumbahnhof Alcántara nutzen dürfen. "Wir wollen Brasilien wieder groß machen, so wie Trump die USA wieder groß machen will", sagte Bolsonaro am Montag bei der US-Handelskammer mit Blick auf Trumps Wahlkampfslogan.

"Wir haben jetzt in Brasilien eine Regierung, die wir wahrlich als Verbündeten ansehen", sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter in Washington. Bolsonaro wird in anderen Ländern hart kritisiert, unter anderem für Äußerungen, mit denen er seine Sympathie für die brasilianische Militärdiktatur kundtat.

Beide Staatschefs überreichten sich ein Trikot ihrer Nationalmannschaften. Trump sagte er erinnere sich noch gut an Fußballikone Pelé und nannte die brasilianische Elf eine "Fußballmacht", berichtet ein CBS-Reporter:

Bolsonaro war schon zwei Tage vor seinem Treffen mit Trump an der Spitze einer Delegation in den USA eingetroffen. Die neue Regierung in Brasília hatte sich von Anfang an zu einer klar proamerikanischen Linie bekannt. Bolsonaro hatte wegen seiner populistischen und in Teilen konfrontativen Äußerungen in Medien auch den Beinamen "Tropen-Trump" erhalten. 

Auf Twitter äußert er sich teilweise mit ähnlichen Medienschelten wie Trump, gefolgt von einem "Brasilien über alles" in Versalien am Ende:

In vielen Ländern wird der Schulterschluss der Populisten an der Spitze der beiden größten Volkswirtschaften auf dem amerikanischen Kontinent kritisch gesehen.

Trumps Nationaler Sicherheitsberater, John Bolton, nannte Bolsonaros Besuch in Washington eine "historische Gelegenheit", die beiden "größten Demokratien des Westens" neu auszurichten.

Die beiden rechtsgerichteten Präsidenten Trump und Bolsonaro liegen in vielen Fragen auf einer Linie. Die Reise in die USA ist Bolsonaros erster Staatsbesuch seit seinem Amtsantritt im Januar. Der selbsterklärte Trump-Bewunderer hat eine Neuausrichtung der brasilianischen Außenpolitik und eine Annäherung an die USA angekündigt.

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