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17.03.2019, 15:20 Uhr KOMMENTAR

Die Gewalt diskreditiert die berechtigten Anliegen der "Gelbwesten"-Bewegung

Ein Kommentar von Thomas Ludwig


Brennende Barrikaden in Paris: Erneut kam es am Wochenende zu Unruhen nach "Gelbwesten"-Protesten. Foto: JB Autissier/ImagoBrennende Barrikaden in Paris: Erneut kam es am Wochenende zu Unruhen nach "Gelbwesten"-Protesten. Foto: JB Autissier/Imago

Osnabrück. Mit den neuerlichen Gewaltorgien in Paris ist klar: Die Bewegung der „Gelbwesten“ in Frankreich ist diskreditiert. Das macht die Sache für Präsident Macron aber kaum einfacher wenige Wochen vor der Europawahl.

Deren Initiatoren und Hauptakteure haben nicht verhindern können, dass Chaoten ihr berechtigtes Anliegen – nämlich mehr soziale Gerechtigkeit – untergraben. Linke wie rechte Extremisten haben die Glaubwürdigkeit der Bewegung sinken lassen.

Für Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist das aber kein Grund zur Entwarnung. Denn die Unzufriedenheit in weiten Teilen der Gesellschaft gärt weiter. Das hat sich beim von der Regierung angestoßenen „Bürgerdialog“ gezeigt, der soeben nach zwei Monaten abgelaufen ist. Ob der Versuch, mit den Wählern in den Gemeinden und via Internet ins Gespräch zu kommen, mehr gewesen sein wird als ein Sedativ, ist fraglich.

Mit Blick auf die Europawahl im Mai steht Macron vor der Herausforderung, rechten wie linken Populisten das Wasser abgraben zu müssen. Ein Erfolg ist längst nicht ausgemacht. Es deutet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen der rechten „Rassemblement National“ von Marine Le Pen und Macrons „En Marche“-Bewegung an, wobei die Rechten zuletzt leicht vorn lagen. So könnte es in der Ironie der Geschichte liegen , dass ausgerechnet jener Staatschef der sich mit weitreichenden Visionen für die EU vorwagt, jenen unterliegt, die ihr die rote Karten zeigen wollen.


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