5. Jahrestag des Anschlusses Russlands Botschafter lädt Deutsche auf die Krim ein

Feiern zum 5. Jahrestag der Wiedervereinigung mit Russland in Simferopol auf der Krim. Foto: Sergei Malgavko/TASS/ImagoFeiern zum 5. Jahrestag der Wiedervereinigung mit Russland in Simferopol auf der Krim. Foto: Sergei Malgavko/TASS/Imago

Osnabrück. Russlands Botschafter in Berlin, Sergej Netschajew, hat die Annexion der Krim an ihrem Jahrestag verteidigt und deutsche Besucher eingeladen, die Halbinsel im Schwarzen Meer zu besuchen. Sie müssten ihm nichts glauben, sondern sollten sich ihr eigenes Bild machen. Die Ukraine versucht solche Reisen via Moskau zu verhindern.

Zum 5. Jahrestag des international nicht anerkannten Anschlusses der Krim an Russland erklärte Netschajew gegenüber unserer Redaktion, ihm sei bewusst, dass sich das im Westen vorherrschende Bild vom Leben dort von der russischen Darstellung erheblich unterscheide. „Deshalb rufen wir nicht dazu auf, uns blind zu glauben. Wir laden Sie auf die Krim ein. Wir laden Sie ein, schönste historische Stätten und Naturparks zu besichtigen, mit Menschen ins Gespräch zu kommen und sich Ihre eigene Meinung zum Leben auf der Halbinsel und zum dortigen Wandel zu bilden.“

Mythos Menschenrechtsverletzung?

Die „Mythen von Annexion, Besatzung, Verfall und Menschenrechtsverletzungen können nur deshalb bestehen, weil die Krim isoliert wird und es keine objektiven Informationen gibt“, erklärte der Botschafter. Die Gegner eines Anschlusses an Russland setzten darauf, objektive Eindrücke zu verhindern.

Mandelbüite auf der Krim: Geht es nach Russland, sollen möglichst viele Deutsche die Schwarzmeer-Halbinsel besuchen. Dann würden sie erkennen, dass dort nicht Not und Unterdrückung herrschten. Foto: Sergei Malgavko/TASS/Imago

Netschajew kritisierte die EU, die dazu beigetragen habe, dass „mit einer Wasser-, Nahrungsmittel- und Energieblockade der Halbinsel alle menschenrechtlichen und moralischen Standards mit Füßen“ getreten würden. Statt für die Rechte der Krim-Bevölkerung einzutreten, habe die EU Visaeinschränkungen eingeführt, die das Leben dort zusätzlich erschwerten. „Niemand kann dabei die Frage beantworten, warum die Einwohner bestraft wurden, wenn sie doch zugleich Opfer einer ,russischen Annexion‘ sein sollen“, wies der Botschafter auf einen Widerspruch hin. Vielmehr würden sie dafür bestraft, dass sie sich klar für Russland entschieden hätten.

Gute Entwicklung

Trotz aller Widrigkeiten habe sich die Halbinsel gut entwickelt. „Nach Jahrzehnten des Stillstands wird die Infrastruktur wiederaufgebaut. Es entstanden ein moderner Flughafen in Simferopol und die Brücke über die Straße von Kertsch. Eine Autobahn wird demnächst die Ost- und Westküste der Krim verbinden. Es ist bemerkenswert, dass die Arbeitslosigkeitsrate im russlandweiten Vergleich mit die niedrigste ist“, so Netschajew.

Seinen Worten nach waren Unabhängigkeitserklärung und Beitritt zur Russischen Föderation seinerzeit der einzig mögliche Weg, die Sicherheit und Rechte der Krim-Bevölkerung zu gewährleisten. Der Botschafter erinnerte an die Ereignisse zu Beginn des Jahres 2014 in Kiew: „Durch den Putsch wurde die Verfassung verletzt, das Völkerrecht missachtet und das Abkommen zur Lösung der Krise in der Ukraine vom 21. Februar zerstört, das die Außenminister von Deutschland, Frankreich und Polen mit unterzeichnet haben.“ Der Vertrag hätte eine friedliche Lösung zum Ziel gehabt. Stattdessen habe ein von den USA und Teilen Europas gebilligter „Staatstreich“ zu einer Welle antirussischer Gewalt geführt. „In der Ukraine herrschte damals eine russophobe Anarchie“, so Netschajew.

Beim Referendum hatten gut 96 Prozent der Wähler bei einer Beteiligung von über 83 Prozent für die Wiedervereinigung Russlands und der Krim gestimmt. „Vor diesem Hintergrund halten die Vorwürfe, es hätte eine Annexion gegeben, keiner Kritik stand“, erklärte der Botschafter.

Die Abstimmung fand am 16. März 2014 statt. Der Beitritt zu Russland erfolgte am 18. März.


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