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15.03.2019, 17:43 Uhr KOMMENTAR

Laptops und Tablets für Schulen: Aufbruch aus der digitalen Ödnis

Ein Kommentar von Beate Tenfelde


Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung, nennt den Digitalpakt für Schulen einen "qualitativen Sprung". Foto:dppaAnja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung, nennt den Digitalpakt für Schulen einen "qualitativen Sprung". Foto:dppa

Berlin. Der Digitalpakt Schule hat im Bundesrat, der Länderkammer, die letzte Hürde genommen: Der Bund wird nun den Ländern innerhalb von fünf Jahren fünf Milliarden Euro unter anderem für Laptops und Tablets zur Verfügung stellen. Er kann die Verwendung des Geldes kontrollieren. Ein Kommentar.

Ist das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft? Es sieht danach aus. Bund und Länder haben bei der Finanzierung von Bildung endlich alte Hürden abgeräumt. Fünf Milliarden Euro des Bundes können nun bis 2023 in die digitale Aufrüstung der rund 40.000 Schulen in Deutschland fließen. Dieser Aufbruch war überfällig. Digitale Ödnis in den Klassenzimmern kann sich eine Industrienation absolut nicht leisten. 

Wird nun alles gut? Nein, denn diesem Digitalpakt– schon 2016 angekündigt! – müssen weitere folgen. Die politischen Akteure sind also gut beraten, dauerhaft auf Kooperationskurs zu bleiben. Fünf Milliarden Euro für alle Schülerinnen und Schüler bedeutet, dass jeder einzelne IT-Ausrüstung im Wert von maximal 500 Euro bekommt. Das ist nicht viel in der digitalen Welt, die sich zudem rasend schnell verändert.

Fakt ist: Ein solch unwürdiges Gezerre, wie es der aktuellen Einigung vorausgegangen ist, dürfen sich Bund und Länder nicht noch einmal leisten. Altlasten aus früheren Jahren hatten Fronten verhärtet und Misstrauen des Bundes geschürt. Als dieser 2015 beim Bafög die vollen Kosten übernahm und die Länder von ihrem 50-Prozent-Anteil entlastete, nutzten manche Staatskanzleien den dicken Batzen zur Tilgung von Schulden statt für Hochschulinvestitionen, wie es korrekt gewesen wäre.


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