"Fridays-for-Future in Ordnung" Kinderhilfswerk: Schüler wegen Demos nicht bestrafen

"Klimapolitik muss sich wandeln"  - mit solchen Plakaten gehen weltweit freitags Schülerinnen und Schüler auf die Straße. Mit mehr als 1650 weltweiten Kundgebungen soll die Bewegung „Fridays for Future"  am 15. März 2019 einen neuen Höhepunkt erreichen.Foto:dpa"Klimapolitik muss sich wandeln" - mit solchen Plakaten gehen weltweit freitags Schülerinnen und Schüler auf die Straße. Mit mehr als 1650 weltweiten Kundgebungen soll die Bewegung „Fridays for Future" am 15. März 2019 einen neuen Höhepunkt erreichen.Foto:dpa

Berlin. Das Deutsche Kinderhilfswerk hat davor gewarnt, Schülerinnen und Schülern wegen ihres Einsatzes in der Fridays-for-Future-Bewegung zu bestrafen.

„Es ist absolut in Ordnung, wenn Schülerinnen und Schüler auch während der Schulzeit für einen wirksamen Klimaschutz demonstrieren“, sagte Präsident Thomas Krüger unserer Redaktion angesichts neuer Aktionen an diesem Freitag. Er rief dazu auf, den jungen Demonstranten zuzugestehen, dass sie zu drastischen Mitteln greifen, weil sie ihre Zukunftschancen in Gefahr sähen. „Was die Kinder und Jugendlichen jetzt am wenigsten gebrauchen können, ist eine juristische Diskussion über die Schulpflicht“, warnte Krüger. „Stattdessen sollten wir ihnen zuhören, ihre Anliegen ernst nehmen und darüber mit ihnen diskutieren“, forderte er. Grundsätzlich seien weitergehende Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen dringend nötig. (Weiterlesen: Vorbild Greta: So ticken die jungen Klimaaktivisten aus Norddeutschland)

"Mit Augenmaß"

Die Schulen müssen nach seinen Worten sorgfältig prüfen, inwieweit Schülerinnen und Schüler für die Demonstrationen vom Unterricht befreit werden könnten. Denn die Förderung von demokratischem und außerschulischem Engagement gehöre auch zum Bildungsauftrag von Schulen. Zugleich forderte Krüger „Augenmaß“ bei der Frage, wie oft Schülerinnen und Schülern dem Unterricht fernbleiben. „Es muss sichergestellt sein, dass sie den verpassten Stoff selbstständig nacharbeiten“, betonte der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes. Wichtig sei auch, dass durch das Fehlen von vielen Schülerinnen und Schülern im Unterricht keinesfalls andere, die zur Schule gehen wollten, Nachteile erleiden.



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