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27.02.2019, 18:15 Uhr PERSONALMANGEL BEI BUNDESWEHR

Geld allein reicht nicht für Soldaten

Ein Kommentar von Uwe Westdörp


Einsatz in Afrika: Ein Soldat der Bundeswehr steht am Flughafen in der Nähe von Gao im Norden Malis. Foto: Michael Kappeler/dpaEinsatz in Afrika: Ein Soldat der Bundeswehr steht am Flughafen in der Nähe von Gao im Norden Malis. Foto: Michael Kappeler/dpa
Michael Kappeler

Osnabrück. Die Bundeswehr soll bis 2025 auf mehr als 200 000 Soldaten wachsen. Sie bemüht sich um Einsteiger, aktive Soldaten und Reservisten. Allein mit mehr Geld und besseren sozialen Leistungen wird das aber nicht gelingen. Ein Kommentar.

Die Bundeswehr soll als Arbeitgeber attraktiver werden. Irgendwie kommt einem das bekannt vor. Seit Jahren schon verkündet das Verteidigungsministerium dieses Ziel – ohne freilich einen Durchbruch melden zu können. 

Aber immerhin: Ministerin Ursula von der Leyen steckt nicht auf und startet eine neue Offensive zur Rekrutierung von Soldaten. Das Angebot ist nicht unattraktiv, aber auch nicht gerade umwerfend: Mehr Sold und eine bessere soziale Absicherung erleichtern sicherlich etlichen Interessenten eine Entscheidung für die Truppe. Auch Heimarbeit, Elternzeit, Kita-Plätze und Job-Sharung-Angebote tragen zur Attraktivität bei. Doch ist es damit nicht getan.

 Denn an einer entscheidenden Front sieht es düster aus: bei der Ausrüstung. Die Einsatzbereitschaft der Waffensysteme sei „dramatisch niedrig“, beklagt der Wehrbeauftragte. Panzer, Flugzeuge, Schiffe, Gewehre, Schutzwesten – die Liste mangelhafter oder gar fehlender Ausrüstung ist lang. Kein Wunder, dass da viele junge Leute zögern, sich für den Dienst an der Waffe zu melden und sich in potenziell lebensgefährliche Einsätze schicken zu lassen.

Hinzu kommen Hiobsbotschaften über Schikanen bei der Ausbildung und Rechtsextreme in der Truppe. Kurzum: Image und Attraktivität der Bundeswehr zu verbessern, ist ein Kampf an vielen Fronten.


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