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20.02.2019, 15:12 Uhr KOMMENTAR ZU LEBENSMITTELVERSCHWENDUNG

Lebensmittel im Müll: Was für ein verschwenderischer Wahnsinn!

Ein Kommentar von Dirk Fisser


Lebensmittel werden häufig weggeworfen. Foto: Thomas Trutschel/photothek.netLebensmittel werden häufig weggeworfen. Foto: Thomas Trutschel/photothek.net

Osnabrück. Die Bundesregierung will die Lebensmittelverschwendung bis 2030 halbieren. Dazu ein Kommentar.

Wir leben in einer Überflussgesellschaft, die so satt ist, dass sie den Wert von Lebensmitteln vergessen hat. Diese Missachtung lässt sich messen: Elf Millionen Tonnen an Lebensmitteln landen jährlich im Müll. Wahnsinn. Fast alle tragen ihren Anteil dazu bei. 

Und das, obwohl die Diskussionen um Landwirtschaft und Ernährung doch einen ganz anderen Eindruck vermitteln. Der Gegentrend zur Wegwerfkultur lautet Nachhaltigkeit und scheint zumindest im gesellschaftlichen Diskurs allgegenwärtig. Denn die Bio-Tomate ist Ausdruck eines neuen Geltungskonsums: Was einst die Rolex am Handgelenk, sind heute Lebensmittel; ein Instrument der Abgrenzung von der breiten Masse.

Denjenigen, die diesem Trend folgen, mag es schmecken, dass der Staat seinen Bürgern bis in die Mülltonnen hinein hinterherschnüffelt. Gut, dass Julia Klöckner dieser Versuchung nicht erliegt. Schlecht, dass sie es dann doch bei Allgemeinplätzen und Absichtserklärungen in Sachen Reduktion der Lebensmittelverschwendung belässt.

Das Verfallsdatum politischer Absichtserklärungen ist klar: die nächste Wahl. So kommt man nicht weiter. Dabei gibt es kleine, wirkungsvolle Maßnahmen, die jederzeit vorangetrieben werden könnten. Ein Beispiel? Das Mindesthaltbarkeitsdatum. Werft es von Verpackungen lang haltbarer Lebensmittel wie Mehl!



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