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19.02.2019, 17:48 Uhr KOMMENTAR

Kreativität statt Bürokratie

Ein Kommentar von Klaus Wieschemeyer


Bevor neuer Wohnraum entsteht, dauert es in Deutschland oft zu lange. Foto: Armin Weigel/dpaBevor neuer Wohnraum entsteht, dauert es in Deutschland oft zu lange. Foto: Armin Weigel/dpa

Hannover. Die Immobilienpreise in Deutschland steigen weiter auf breiter Front. Laut Zentralem Immobilien-Ausschuss liegt das auch an der Politik. Die sollte andere Schwerpunkte setzen, meint unser Kommentator.

Wohnen in Deutschland wird immer teurer: Mit den wenigen Ausnahmen abgehängter ländlicher Regionen und ehemaliger Industriestädte ziehen Bau-, Kauf- und Mietpreise seit Jahren auf breiter Front an. Die Steuerungsversuche der Politik waren dabei bisher bestenfalls wirkungslos wie die Mietpreisbremse. Im schlimmsten Fall feuern Geldspritzen nur die Preise in einem ohnehin überhitzten Markt weiter an. 

Dass Menschen und Unternehmen inzwischen Großstädte verlassen, weil sie in ihnen keine Wohnungen, Büros und Gewerbeflächen mehr finden, mag für ländliche Gebiete eine Entwicklungschance sein. Für die Zwangspendler, die ihre Zeit fortan auf verstopften Straßen oder an zugigen Haltestellen verbringen, ist es schlecht. Und für den angeblich dynamischen Standort Deutschland eine Bankrotterklärung. 

Dabei ist Platz zum Bauen eigentlich da. Doch hohe Auflagen und bürokratischer Schwergang machen es oftmals zäh und teuer. Dabei gibt es Ideen, wie zukunftsweisendes Wohnen aussehen kann: Von der Aufstockung über Nachverdichtung bis hin zur Mikrowohnung ist viel denk- und machbar. Doch dafür braucht es Kreativität statt Bürokratie. Die Politik muss den Zugang zu Bauland sowie die Planung und den Bau von Immobilien nachhaltig erleichtern. Nur so findet der Wohnungsmarkt auf Dauer zurück in die Balance. 


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