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17.02.2019, 15:46 Uhr KOMMENTAR

Fachkräftemangel: Flexibler werden

Ein Kommentar von Melanie Heike Schmidt


Auf dem Bau, im Handwerk, in der Pflege – überall spitzt sich der Mangel an Fachkräften zu. Dabei gäbe es Möglichkeiten, ihn zu lindern. Foto: Sebastian Kahnert/dpaAuf dem Bau, im Handwerk, in der Pflege – überall spitzt sich der Mangel an Fachkräften zu. Dabei gäbe es Möglichkeiten, ihn zu lindern. Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Osnabrück. Mehr als 183.000 Stellen in sogenannten Engpass-Berufen sind zurzeit unbesetzt, gemeint sind Jobs im IT-Bereich, im Handwerk, in der Pflege, auf dem Bau. Die Zahl wächst von Jahr zu Jahr, der Fachkräftemangel wird zu einem immer größeren Problem. Dabei gäbe es Lösungen.

Eins ist klar: Die Hoffnung, Zugewanderte füllten bald wie von Zauberhand all die offenen Stellen in der Pflege, im Handwerk oder auf dem Bau, ist eine Fata Morgana. Auch dass Langzeitarbeitslose dies tun könnten, ist ein Trugschluss. Das Problem ist komplex und verlangt nach ebensolchen Lösungen. Doch die sind Mangelware.

Nehmen wir das Zuwanderungsgesetz, über dessen Details die Politik schon ewig streitet. Wird da mit Blick auf baldige Wahlkämpfe etwa ein Thema verschleppt? Den Arbeitgebern indes sei empfohlen, flexibler zu werden. Wer etwa bei der Stellenbesetzung nur auf Abschlüsse und Zertifikate schielt, handelt kurzsichtig. Quer- und Wiedereinsteiger, Menschen mit ungewöhnlichen Biografien oder ohne Abschluss, aber mit Berufserfahrung, können ein Gewinn sein.

Auch bei der Geschlechterverteilung gibt es noch zu viele Unwuchten. Dabei herrscht überall da, wo der Anteil von Frauen und Männern einigermaßen ausgeglichen ist, kaum ein Engpass. So manches Problem ließe sich also lösen, würde man die fraglichen Berufe für alle Geschlechter gleichermaßen attraktiv machen. Auch ältere Arbeitnehmer länger im Job zu halten, ist sinnvoll, ebenso der Abbau von Hürden für Frauen nach der Babypause. Wo bleiben die Angebote speziell für sie?

Es gibt Wege, dem Mangel vorzubeugen. Doch man muss sie auch beschreiten.

mh.schmidt@noz.de


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