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13.02.2019, 19:25 Uhr BAUKINDERGELD GEFRAGT

Das falsche Instrument

Ein Kommentar von Manuel Glasfort


Neubauten machen bisher nur einen kleinen Teil der Anträge für Kindergeld aus. Doch Experten erwarten, dass sich das ändern wird. Foto: dpaNeubauten machen bisher nur einen kleinen Teil der Anträge für Kindergeld aus. Doch Experten erwarten, dass sich das ändern wird. Foto: dpa

Osnabrück. Wenn der Fiskus den Bürgern Fördermittel anbietet, ist der Andrang groß. Das war bei der Abwrackprämie so und ist beim Baukindergeld nicht anders. Ein Erfolgskonzept ist das Förderinstrument der Groko deshalb noch nicht.

Es ist positiv, wenn der Staat mehr Menschen in Wohneigentum bringen will. In keinem anderen EU-Land leben so wenige Menschen in den eigenen vier Wänden wie in Deutschland. Daran muss sich dringend etwas ändern. Immerhin setzt das Baukindergeld ein Signal für selbst genutztes Wohneigentum. Doch warum nur Familien fördern? Und das auch nur für begrenzte Zeit? Sinnvoller wäre es, die Kaufnebenkosten zu senken. Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchgebühren sowie Maklerkosten summieren sich auf 10 bis 16 Prozent des Kaufpreises. An dieser Hürde scheitern viele, weil sie das Startkapital nicht aufbringen. 

Warum nicht die erste selbst genutzte Immobilie von der Grunderwerbsteuer befreien? Oder Notar- und Grundbuchgebühren auf Pauschalen umstellen, statt sie vom Kaufpreis abhängig zu machen? Ein Notar hat schließlich nicht mehr Arbeit mit der Beurkundung, nur weil das Haus mehr kostet. Wieso können Vermieter ihre Kreditzinsen von der Steuer absetzen, Eigennutzer aber nicht?

Es gäbe viele Möglichkeiten, aus der Mieterrepublik ein Land der Eigentümer zu machen. Doch offenbar fehlt der Wille.


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