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14.02.2019, 06:05 Uhr KOMMENTAR

"Rettet die Bienen": Landwirte müssen Teil der Lösung sein

Ein Kommentar von Johanna Lügermann


Mit dem Motto "Rettet die Bienen" haben die Initiatoren eines Volksbegehrens viele Unterstützer mobilisiert. Foto: Frank Rumpenhorst/dpaMit dem Motto "Rettet die Bienen" haben die Initiatoren eines Volksbegehrens viele Unterstützer mobilisiert. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Osnabrück. Das Volksbegehren "Rettet die Bienen" für mehr Artenschutz in Bayern zielt vor allem auf deutliche Veränderungen in der Landwirtschaft. Ministerpräsident Markus Söder fordert Schutz für Bienen und Bauern. Wie soll das funktionieren? Dazu ein Kommentar.

Die Biene ist Sympathieträger. Beim Volksbegehren „Rettet die Bienen“ geht es jedoch um viel mehr. Wenn es den Bienen und anderen Insekten gut geht, profitieren davon auch Vögel und Pflanzen. Doch es geht ihnen nicht gut, wie die Initiatoren des Volksbegehrens für mehr Artenvielfalt in Bayern deutlich machen.

Dabei rücken sie Landwirte als Verursacher der Probleme in den Mittelpunkt. Natürlich tragen auch andere Faktoren wie Flächenversiegelung und Klimawandel zum Rückgang der Insekten bei. Aber die Folgen von Düngung, Flurbereinigung und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln schränken die Lebensräume der Insekten ein.

Auch Landwirte sind um Naturschutz bemüht, sorgen mit Zwischenfrüchten für blühende Felder und legen Grünstreifen an. Deshalb ist der Vorschlag von Ministerpräsident Markus Söder, die Landwirte zu einem Teil der Lösung zu machen, der richtige Weg.

Die Zeit drängt. Durch das Volksbegehren muss Söder nun Lösungen finden. Es hat sich gezeigt, dass freiwillige Maßnahmen allein nicht ausreichen. Finanzielle Anreize sind notwendig, damit ökologisch wirtschaftende Landwirte nicht im Nachteil sind. Umweltschutz ist im Trend – das könnte auch für Landwirte eine Gelegenheit sein, Fördergelder für Maßnahmen zu erstreiten, die zuvor unbezahlbar schienen.

Die Unterstützer des Volksbegehrens sollten sich nun nicht auf dem Erfolg ausruhen, sondern selbst Lebensräume schaffen. Hecken, naturnahe Bereiche und Pflanzen, die nicht nur schön aussehen, sondern auch Nahrung bieten, statt Kiesgärten und kurz gemähte Rasenflächen können einen wichtigen Beitrag leisten. 


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