Steuerquote gestiegen Fette Jahre - aber nicht für alle

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Wieviel Geld bleibt dem Steuerzahler und wieviel fließt in die Kassen der Finanzämter?  Die Steuerquote gibt Auskunft. 2018 ist   sie erneut gestiegen.  Foto: Daniel Reinhardt/dpaWieviel Geld bleibt dem Steuerzahler und wieviel fließt in die Kassen der Finanzämter? Die Steuerquote gibt Auskunft. 2018 ist sie erneut gestiegen. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Osnabrück. Schlechte Nachricht für die Steuerzahler: Die Steuerquote ist im vergangenen Jahr noch einmal gestiegen. Und Aussicht auf grundlegende Besserung besteht nicht. Denn die fetten Jahre sind wohl vorbei und damit sinkt die Chance auf nachhaltige Reformen. Ein Kommentar.

Viele kennen das: Der Lohn oder das Gehalt ist gar nicht so schlecht, aber unterm Strich bleibt erschreckend wenig übrig. Besonders stark trifft es Alleinstehende, und das auch schon in unteren und mittleren Einkommensgruppen. Da fressen Steuern und Sozialabgaben schon einmal die Hälfte des Geldes auf.

„Leistung muss sich wieder lohnen“ – über solche Versprechen der Parteien können Millionen von Arbeitnehmern nur lachen. Nicht einmal das Problem der „kalten Progression“ hat die Bundesregierung bisher ernsthaft angepackt. Zwar soll es jetzt kleine Entlastungen geben. Doch viele Jahre lang ist gar nichts geschehen, haben stark steigende Steuertarife Gehaltserhöhungen weitgehend zunichte gemacht– zum Ärger der Beschäftigten und zur Freude der Finanzminister, deren Einnahmen sich lange Zeit nur in eine Richtung entwickelt haben: nach oben. 

Besonders ärgerlich: Die fetten Jahre sind allem Anschein nach vorbei. Der lange wirtschaftliche Aufschwung hätte die Möglichkeit geboten, Weichen zu stellen. Sinnvoll ist zum Beispiel ein „Steuertarif auf Rädern“. Ein solcher beweglicher Tarif wäre an Inflation und steigende Einkommen gekoppelt, um überproportionale Belastungen zu vermeiden.

 Allein: Die Chance ist wohl vorerst vertan. Jetzt, wo sich die Konjunkturaussichten eintrüben und schon wieder von „Finanzlücken“ die Rede ist, werden sich kaum Mehrheiten für eine grundlegende Reform finden.


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