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13.02.2019, 17:37 Uhr ATOMARE AUFRÜSTUNG?

Nato muss eigenständiger werden - als Mittel gegen das Irrlichtern

Ein Kommentar von Marion Trimborn


Die Nato muss eigenständiger werden, auch wenn es nicht leicht fällt. Foto: Daniel Naupold/dpaDie Nato muss eigenständiger werden, auch wenn es nicht leicht fällt. Foto: Daniel Naupold/dpa

Osnabrück. Die Welt wird unübersichtlicher und die USA setzen die Europäer unter Druck. Da muss die Nato reagieren. Die europäischen Bündnispartner müssen eigenständiger werden, auch wenn es schwer fällt. Sie haben vor allem zwei Aufgaben.

Es ist wahrlich nicht das erste Mal, dass die Nato-Länder von der Trump'schen US-Regierung in Schock versetzt werden. Erst stellte der US-Präsident die Bündnisverpflichtung in Frage, dann verlangte er eine sofortige Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf zwei, gerne auch vier Prozent  und schließlich kündigte er den INF-Abrüstungsvertrag. Jedes Mal wird klarer: Die Europäer sind mehr auf sich selbst gestellt. 

Interessen sind sehr unterschiedlich

Aber ist die Nato für die Zukunft gut gerüstet? Die Interessen sind sehr verschieden. Polen und Balten beharren auf Sicherheit gegen Russland. Spanien und Frankreich interessieren sich mehr für den Terror als Folge der Konflikte im Nahen Osten und Nordafrika. Das Bündnis hat auch keine gemeinsame Antwort auf die Frage, wie man sich gegenüber China, der aufstrebenden Atom-Weltmacht, positioniert.

Wohltuende Ruhe

Dennoch gibt es Anlass zu Optimismus. Unter Generalsekretär Jens Stoltenberg hat das Bündnis einen Kurs eingeschlagen, der dem irrlichternden US-Präsidenten wohltuende Ruhe entgegensetzt. Die Chancen stehen gut, dass Europa nicht wieder zur Bühne eines Wettrüstens zwischen Russland und den USA wird, weil es keine Akzeptanz im Volk dafür gibt, neue atomare US-Waffen in Europa zu stationieren. Auch wenn es nicht leicht fällt, müssen die Europäer handeln. Sie sollten gemeinsam ihre Abwehrsysteme ausbauen und ihre konventionellen Streitkräfte stärken – damit sie unabhängig bleiben. 


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