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Provinz Sistan und Belutschistan Mindestens 27 Tote bei Selbstmordanschlag auf Revolutionsgarden in Iran

Von dpa

27 Menschen starben bei dem Anschlag, mindestens 13 weitere wurden verletzt. Foto: dpa/Fars News27 Menschen starben bei dem Anschlag, mindestens 13 weitere wurden verletzt. Foto: dpa/Fars News

Teheran. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna am Mittwoch meldete, ereignete sich die Explosion in der unruhigen Provinz Sistan und Belutschistan: Bei einem Selbstmordanschlag auf Revolutionsgarden im Iran sind mindestens 27 Menschen getötet worden, mindestens 13 weitere wurden verletzt. Eine sunnitische Separatistengruppe reklamierte den Angriff für sich.

Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Bus der Revolutionsgarden im Iran sind mindestens 27 Menschen getötet worden. Mindestens 13 weitere wurden bei dem Angriff in der südöstlichen Provinz Sistan und Belutschistan verletzt, teilte die Presseabteilung der Revolutionsgarden (IRGC) in einer von der Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten Erklärung am Mittwochabend mit.

Mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug 

Nach IRGC-Angaben wurde der Bus mit einem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug angegriffen. An Bord des Busses seien Grenzwächter gewesen, die nach Beendigung ihrer Mission an den Grenzgebieten wieder auf dem Weg nach Hause gewesen seien.

Die sunnitische Separatistengruppe Dschaisch al-Adl – Armee der Gerechtigkeit – reklamierte den Angriff für sich, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna meldete. Dschaisch al-Adl gilt im Iran als eine salafistische Terrorgruppe in der Provinz Sistan und Belutschistan. Sie wurde 2012 von Mitgliedern der militanten Dsundullah-Gruppe – Soldaten Gottes – gegründet.

Beide Gruppen haben in den vergangenen Jahren mehrmals Angriffe auf Zivilisten und Militärs verübt. Der Anführer der Dsundullah, Abdolmalek Rigi, wurde 2010 im Iran hingerichtet. Seitdem gibt es immer wieder Racheaktionen beider Gruppen gegen iranische Truppen in Sistan und Belutschistan.

Beide Gruppen sollen IS nahe stehen

Für den Iran stehen beide Gruppen der sunnitischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nahe. Durch Sistan-Belutschistan an den Grenze zu Pakistan und Afghanistan läuft eine Drogenschmuggelroute. Immer wieder kommt es in diesem "Tödlichen Dreieck" zu Zusammenstößen der Revolutionsgarden mit Drogenbanden. Die Banden werden als Terroristen eingestuft, weil sie mit dem IS verbündet und sunnitische Separatisten in ihren Reihen haben sollen.

Für den iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif steht der Anschlag auch im Zusammenhang mit der Nahostkonferenz in Warschau, die vom Iran als ein Anti-Iran-Treffen bezeichnet wird. "Es ist kein Zufall, dass der Iran genau an dem Tag, an dem der Zirkus in Warschau beginnt, von einem Terroranschlag getroffen wird", twitterte Sarif am Abend.

Die Revolutionsgarden bilden neben der regulären Armee die zweite ‎Säule der iranischen Streitkräfte. Oberbefehlshaber der Revolutionsgarden ist der oberste Führer ‎Ajatollah Ali Chamenei, nach der Verfassung das iranische Staatsoberhaupt.‎


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