Bei Wahlkampfveranstaltung in Texas Betrunkener Trump-Anhänger attackiert BBC-Reporter

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US-Präsident Donald Trump während der Wahlkampfveranstaltung in Texas. Foto: imago/Kyle MazzaUS-Präsident Donald Trump während der Wahlkampfveranstaltung in Texas. Foto: imago/Kyle Mazza

El Paso. Während US-Präsident Donald Trump bei einer Kundgebung in Texas über die Medien schimpft, greift einer seiner Anhänger einen Reporter an.

US-Präsident Donald Trump ist bekannt für seine verbalen Aussetzer gegenüber Journalisten. Die ständigen Provokationen schürten bei einem seiner Anhänger während einer Wahlkampfveranstaltung in El Paso im US-Bundesstaat Texas nun offenbar Aggressionen. Der Mann attackierte am Montagabend einen Reporter der englischen BBC.

In dem Video ist der Angriff auf den Reporter zu sehen:


Laut einem Bericht auf der BBC-Seite gab der Angreifer dem Reporter Ron Skeans einen "sehr harten Schubs" von der Seite. Sicherheitsleute entfernten den Randalierer mit roter "Make American Great Again"-Cap von den Presseteams, wo auch der Reporter stand. Laut der BBC deutete ein Verantwortlicher des Wahlkampfteams an, dass der Angreifer betrunken gewesen sei.

Trump unterbrach seine Rede und erkundigte sich bei dem Reporter, ob es ihm gut gehe. Als dieser per Handzeichen zu verstehen gab, dass er körperlich unversehrt geblieben sei, setzte Trump seine Rede fort. 

Journalisten werden bei Trumps Wahlkampfveranstaltungen regelmäßig ausgebuht und beschimpft – befeuert durch die Medienschelte des Präsidenten, der Journalisten als "Feinde des Volkes" verunglimpft. Auch in El Paso beklagte sich Trump auf der Bühne über vermeintlich lügnerische Berichterstattung ("fake news").

Weißes Haus soll Sicherheitsvorkehrungen überprüfen

Nach dem Angriff riefen Korrespondenten den US-Präsidenten auf, sich klar gegen solche Attacken zu positionieren. Der Verein der Korrespondenten, die über das Weiße Haus berichten, verurteilte die Attacke. "Wir sind erleichtert, dass diesmal niemand ernsthaft verletzt wurde", erklärte deren Präsident Olivier Knox am Dienstag in Washington. Er mahnte zugleich, Trump müsse seinen Anhängern unmissverständlich klar machen, dass Gewalt gegenüber Reportern nicht hinnehmbar sei. 

Der Sender BBC schrieb nach eigenen Angaben an die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, und forderte sie auf, die Sicherheitsvorkehrungen für Journalisten bei Wahlkampfauftritten Trumps zu überprüfen. 

Sanders erklärte, der Präsident verurteile jegliche Gewalttaten gegen einzelne Personen oder Gruppen – auch gegen Journalisten. "Wir rufen alle auf, die an einer Veranstaltung teilnehmen, sich friedlich und respektvoll zu verhalten." Mit Blick auf die Sicherheitsvorkehrungen verwies sie an die Verantwortlichen von Trumps Wahlkampfkampagne.

Journalistenverbände mahnen seit langem, Trumps aggressive Rhetorik gegenüber Medien sei gefährlich und stachele zu Attacken auf Reporter an. Im vergangenen Oktober hatte Trump einen Kongressabgeordneten für den gewaltsamen Übergriff auf einen Journalisten gelobt und sich auch damit heftige Kritik eingehandelt.

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Mit dpa


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