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12.02.2019, 13:52 Uhr ZUWANDERUNG IN DEN ARBEITSMARKT

Deutschland sollte sich an Ländern wie Kanada ein Beispiel nehmen

Ein Kommentar von Marion Trimborn


Der Deutsche Arbeitsmarkt braucht Zuwanderung aus Nicht-EU-Ländern, so eine Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung. Foto: Patrick Pleul/dpaDer Deutsche Arbeitsmarkt braucht Zuwanderung aus Nicht-EU-Ländern, so eine Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung. Foto: Patrick Pleul/dpa

Osnabrück. Länder wie Kanada oder Australien machen es vor: Sie werben gezielt gut ausgebildete Arbeitskräfte an. Daran sollte Deutschland sich ein Beispiel nehmen. Denn ohne Zuwanderung wird die Wirtschaft auf die Dauer nicht klar kommen. Es gilt aber, ein paar Regeln festzulegen.

Nichts spricht dagegen, dass Deutschland noch stärker als bisher um kluge Köpfe aus dem Ausland wirbt. Im Gegenteil: Dass das Land Zuwanderung braucht, um seinen Wohlstand zu wahren, ist unisono anerkannt. Denn die Bevölkerung schrumpft und wird älter. Dadurch gibt es immer weniger Erwerbsfähige, was Firmen in Bedrängnis und die Sozialkassen in Schieflage bringt – zumal die Babyboomer bald in Rente gehen. Doch welche Zuwanderung und wieviel braucht die Wirtschaft?

Völlig unterschiedliche Prognosen

Die Prognosen unterscheiden sich deutlich, je nach Ansatz und Ausrichtung. Mal sind es wie in der Bertelsmann-Studie 260 000 Zuwanderer pro Jahr, mal doppelt so hohe Zahlen – oder auch deutlich weniger. Viel wichtiger als der Streit um Zahlen sind aber die Kriterien. Gerade mit Blick auf die Digitalisierung muss der Fokus auf qualifizierten Zuwanderern liegen, auf Technikern, Meistern und Akademikern. Wie das geht, machen Länder wie Australien und Kanada vor. 

Regeln sind wichtig

Ist es wirklich richtig, dass die Groko künftig auch die legale Zuwanderung für Geringqualifizierte ausweiten will? Hunderttausende von ihnen kamen in den vergangenen Jahren bereits ins Land, deren Integration in den Arbeitsmarkt schwierig genug ist, zumal es immer weniger solcher Jobs gibt. Passen die Einwanderer aber nicht zu den Stellen, gibt es viele Verlierer: den Einwanderer, die Wirtschaft und auch die Gesellschaft, die für die Kosten aufkommen muss.


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