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11.02.2019, 18:37 Uhr KOMMENTAR

Der Sicherheitskonferenz mangelt es an durchschlagendem Erfolg

Ein Kommentar von Thomas Ludwig


Manchmal scheint es, als hülfe nur Beten: Wolfgang Ischinger, Chef der Münchener Sicherheitskonferenz, bei der Vorstellung des Sicherheitsreports 2019. Foto: Jürgen Heinrich/ImagoManchmal scheint es, als hülfe nur Beten: Wolfgang Ischinger, Chef der Münchener Sicherheitskonferenz, bei der Vorstellung des Sicherheitsreports 2019. Foto: Jürgen Heinrich/Imago

Osnabrück. Auch im 55. Jahr ihres Bestehens kann die Münchener Sicherheitskonferenz keine Wunder vollbringen; vergangene Jahrzehnte haben gezeigt, dass alle Ambitionen dort die Welt nicht sicherer machen - weil die Großmächte stets eigene Interessen über alles Andere stellen.

Wer es lange nicht wahrhaben wollte, muss angesichts der jüngsten Umfrage für die Münchener Sicherheitskonferenz nun einsehen: Dass Verhältnis zwischen den Amerikanern und ihren Verbündeten ist nachhaltig gestört – und wird so zum Sicherheitsrisiko für alle Beteiligten. Dass die Sicherheitstagung zur Plattform der Wiederannäherung wird, ist nicht zu erwarten – zumindest solange nicht, wie der Chef im Weißen Haus Donald Trump heißt. Russland und China dürfen sich freuen.

Überhaupt: Wenn sich Dutzende Regierungschefs, Minister und Präsidenten bei der Sicherheitstagung treffen, sollten die Erwartungen an sie bescheiden bleiben. Auch im 55. Jahr ihres Bestehens kann die Konferenz keine Wunder vollbringen; vergangene Jahrzehnte haben gezeigt, dass alle Ambitionen dort die Welt nicht sicherer machen – wie auch, wenn die Großmächte stets eigene Interessen über alles andere stellen.

Zwar bringt die Konferenz hinter dem erklärten Ziel, Risiken zu identifizieren, zu analysieren und so Vertrauen zu schaffen, auch jene zusammen, deren politische und sicherheitsstrategischen Interessen einander diametral entgegenlaufen.

Doch nur, wer die richtigen Schlüsse aus den Gesprächen zieht, wird auf dem Weg zu einer kooperativen, nicht konfrontativen Weltordnung vorankommen. Danach sieht es derzeit leider überhaupt nicht aus.


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