Mindestens 20 Prozent war Ansage Bundesagrarministerium verfehlt Bio-Ziele – in eigener Kantine

Blick in eine Kantine. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpaBlick in eine Kantine. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Osnabrück. Die Grünen im Bundestag werfen dem Bundeslandwirtschaftsministerium Scheitern bei den eigenen Öko-Zielen vor – und machen das an dem fest, was in den Kantinen der Bundesbehörde auf die Teller kommt. Hier verfehlt das Ministerium bislang selbst gesteckte Ziele.

Das zeigt eine Antwort der Bundesbehörde auf Anfrage der Grünen, wonach derzeit mindestens zehn Prozent der Lebensmittel in der Ministeriumskantine aus Bio-Produktion stammten. In der vor zwei Jahren  vorgestellten „Zukunftsstrategie ökologischer Landbau“ hatte das Ministerium als Zielmarke noch mindestens 20 Prozent ausgegeben. Das Ministerium wolle dadurch eine Vorbildfunktion einnehmen, heißt es dazu in dem Strategiepapier.

„Das Landwirtschaftsministerium scheitert schon an seinen geringen Ansprüchen“, hält Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter fest. „Das ist ein Beleg, wie nachlässig das Ministerium mit dem Thema Ökolandbau umgeht“, so Hofreiter. 

In der Strategie hatte die Bundesregierung als mittelfristiges Ziel 20 Prozent Ökolandbau in Deutschland ausgegeben und 25 Maßnahmen zur Zielerfüllung definiert. Eine davon ist die Aufstockung des Bio-Anteils in den hauseigenen Kantinen - die öffentliche Hand müsse als Vorreiter vorangehen, so die Begründung. Wie das Ministerium den Grünen aber jetzt mitteilt, liegt der Anteil in der Kantine einer nachgeordneten Behörde bei nur fünf Prozent.  

Bundesministerin Julia Klöckner (CDU) hatte die Öko-Strategie vor ziemlich genau zwei Jahren auf der Messe Bio-Fach in Nürnberg präsentiert. Insgesamt wächst der Anteil ökologischer Landwirtschaft in Deutschland kontinuierlich. Bis zum Ziel von 20 Prozent der Agrarfläche bleibt aber noch viel Luft nach oben. Der Anteil liegt derzeit bei unter zehn Prozent. In einigen Bundesländern wie Niedersachsen liegt der Anteil bei unter fünf Prozent. Die Landesregierung in Hannover hat bis 2025 das Ziel von zehn Prozent ausgegeben.


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