Präsidentschaftswahlen 2020 Diese Demokraten wollen Donald Trump herausfordern

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Haben ihre Präsidentschaftskandidatur 2020 angekündigt: Julian Castro (von links oben, dann im Uhrzeigersinn), Kamala Harris, Cory Booker und Tulsi Gabbard. Fotos: dpa (3)/imago/MediaPunchHaben ihre Präsidentschaftskandidatur 2020 angekündigt: Julian Castro (von links oben, dann im Uhrzeigersinn), Kamala Harris, Cory Booker und Tulsi Gabbard. Fotos: dpa (3)/imago/MediaPunch

Washington. Bei der US-Präsidentenwahl im kommenden Jahr wollen immer mehr Demokraten gegen den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump antreten. Ein Überblick.

Zehn Demokraten haben bislang ihre Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen 2020 verkündet. Die Hälfte davon sind Frauen. Auch zwei parteilose Außenseiter haben erklärt, dass sie gegen Trump kandidieren wollen. 

Die parteiinternen Vorwahlen, mit denen die Demokraten ihren Kandidaten oder ihre Kandidatin für die Präsidentschaftswahlen im November 2020 ermitteln, beginnen im Februar 2020 in Iowa. Bei den Republikanern hat bislang nur Trump erklärt, dass er wieder antreten wird. Wer sind seine Herausforderer?

Senatorin Amy Klobuchar


  • Wer sie ist: Die 58-Jährige ist Senatorin für den Bundesstaat Minnesota und Mitglied der "Minnesota Democratic-Farmer-Labor Party", die den Demokraten angeschlossen ist.
  • Ihr Profil: Linksliberal. Klobuchar kündigte unter anderem an, im Falle ihres Wahlsieges einen Schwerpunkt auf den Klimaschutz zu legen. "Am ersten Tag werden wir dem internationalen Klimaschutzabkommen wieder beitreten." Mit Blick auf Trumps Regierungsstil sagte sie, bei ihr werde es keine "Außenpolitik per Tweet" geben.

Senatorin Elizabeth Warren


  • Wer sie ist: Die 58-jährige Juraprofessorin ist Senatorin des Bundesstaats Massachusetts. 
  • Ihr Profil: Links. Warren fordert unter anderem eine Sondersteuer für die reichsten 75.000 Familien in den USA, um beispielsweise die Mittelschicht zu entlasten und den Klimaschutz zu fördern. Sie gilt außerdem als eine der schärfsten Kritikerinnen Trumps. Er nennt sie "Pocahontas" (weil sie einst behauptete, indianische Vorfahren zu haben), sie nennt ihn "Fraud" (Betrüger).
  • Ihr Slogan: "1/2020th"

Weiterlesen: Trump-Herausforderin im Porträt: Wer ist Elizabeth Warren?

Kongressabgeordnete Tulsi Gabbard


  • Wer sie ist: Die 37-Jährige ist Kongressabgeordnete für den Bundesstaat Hawaii und die erste praktizierende Hindu im Kongress.
  • Ihr Profil: Als zentrale politische Anliegen nannte Gabbard den Zugang zu Gesundheitsversorgung, eine Reform des Strafrechts und Klimafragen. Gabbard, die Militärinterventionen ablehnend gegenübersteht und selbst Veteranin ist, hatte sich im Januar 2017 mit Assad getroffen, als sie sich für eine Woche in Syrien und dem Libanon aufhielt. Für das Treffen mit dem international geächteten Präsidenten wurde Gabbard von vielen kritisiert. 
  • Ihr Slogan: "Lead with Love"

Früherer Minister Julián Castro


  • Wer er ist: Der 44-Jährige war unter Barack Obama Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung und zuvor Bürgermeister der Stadt San Antonio in Texas.
  • Sein Profil: Castro sagte, es sei an der Zeit, für "neue Führungsstärke und neue Energie" zu sorgen. Er kündigte an, im Falle eines Wahlsiegs als erste Amtshandlung den Wiedereintritt der USA in das Pariser Klimaabkommen einleiten zu wollen.  
  • Sein Slogan: "One Nation. One Destiny."

Senatorin Kirsten Gillibrand


  • Wer sie ist: Die 52-Jährige ist New Yorker Senatorin, nachdem sie zuvor Kongressabgeordnete war.
  • Ihr Profil: Konservativ-liberal. Gillibrand hatte den New Yorker Senatorensitz in der Nachfolge der damals zur Außenministerin aufgestiegenen Hillary Clinton eingenommen. Sie gilt als Politikerin, die sich besonders für die Rechte von Frauen und Homosexuellen einsetzt. 

Kongressabgeordneter John K. Delaney


  • Wer er ist: Der 55-Jährige vertritt den Bundesstaat Maryland im Repräsentantenhaus. 
  • Sein Profil: Der Selfmade-Millionär gab als erster Demokrat schon 2017 bekannt, kandidieren zu wollen. Mit einem Vermögen in Höhe von 92 Millionen US-Dollar gilt er als reichster Kongressabgeordneter. Der Geschäftsmann zielt in seinem Wahlprogramm auf die Stärkung kleinerer Unternehmen und "positiven sozialen Wandel" durch Reformen des Gesundheits- und Bildungssystem sowie der Einwanderungspolitik.
  • Sein Slogan: "Focusing on the Future"

Unternehmer Andrew Yang


  • Wer er ist: Der 44-Jährige ist Gründer der NGO "Venture for America", die junge Berufstätige an Start-Ups vermittelt. Außerdem war Yang in der Obama-Administration "Botschafter für globales Unternehmertum". Er ist der erste Amerikaner mit asiatischen Wurzeln der Demokraten, der für das Amt des US-Präsidenten kandidiert.
  • Sein Profil: Links. Yang ist Verfechter eines bedingungslosen Grundeinkommens für alle US-Bürger ab 18 Jahren in Höhe von 1000 Dollar monatlich. 
  • Sein Slogan: "Humanity First"

Senatorin Kamala Harris


  • Wer sie ist: Die 54-jährige Juristin war von 2011 bis 2017 Generalstaatsanwältin von Kalifornien und mittlerweile Senatorin des Bundesstaats – als zweite schwarze Frau überhaupt.
  • Ihr Profil: Sie gilt als aufsteigender Stern der Demokraten. Innerhalb eines Tages nach Verkündung ihrer Kandidatur sammelte sie 1,5 Millionen Dollar an privaten Kleinspenden – so viel wie vor ihr nur Bernie Sanders erhalten hat. Sie fordert Reformen in der Einwanderungspolitik sowie eine Erhöhung des Mindestlohns und Schutz des Abtreibungsrechts.
  • Ihr Sogan: "For the people"

Bürgermeister Pete Buttigieg

  • Wer er ist: Der 37-Jährige ist Bürgermeister der Stadt South Bend in Indiana, Veteran des Afghanistankriegs und erster offen schwuler Kandidat der Demokraten für das Amt des US-Präsidenten.
  • Sein Profil: Er lobt den "Green New Deal" zum Klimaschutz, den die Demokraten Alexandria Ocasio-Cortez und Ed Markey angestoßen haben. Überdies möchte er das Wahlsystem reformieren sowie die Bereiche Sicherheit und Gesundheit.

Senator Cory Booker 


  • Wer er ist: Der 49-Jährige vertritt den Bundesstaat New Jersey und war früher Bürgermeister der Stadt Newark. Er könnte der erste nicht verheiratete Präsident seit rund 160 Jahren werden.
  • Sein Profil: Das Nachrichtenmagazin "Time" ernannte ihn 2010 zum "Superhelden der sozialen Medien", Oprah nannte ihn "Rockstar", weil er stets intensiv online interagiert. Für Aufsehen sorgten seine Selbsttests, etwa als er acht Jahr in einer Sozialwohnung in einem Brennpunkt lebte, zehn Tage in Hungerstreik trat oder eine Woche mit 30 US-Dollar für Essen auskam, um auf reale Armut aufmerksam zu machen. Er verspricht eine versöhnliche Kampagne als "Gegengift", das die Nation vereinen soll.
  • Sein Slogan: "Love ain't easy."

Aktivistin Marianne Williamson


Wer sie ist: Die 66-Jährige Texanerin ist Autorin von zwölf spirituellen Büchern und parteilos.

Ihr Profil: Sie betont die moralische Führungsaufgabe des Präsidenten, möchte das traditionelle Politikerbild reformieren, Amerika "spirituell erwachen lassen", den Rassismus überkommen und die "dunklen Einflüsse von Geld" auf die Politik beseitigen.

Früherer Starbucks-Chef Howard Schultz


  • Wer er ist: Der 65-Jährige ist ehemaliger Chef des Kaffee-Imperiums Starbucks. Schultz gehört keiner Partei an und erwägt bei der Präsidentschaftswahl in den USA als unabhängiger Kandidat gegen Donald Trump anzutreten. Er wolle in den kommenden drei Monaten verkünden, ob er kandidiert.
  • Sein Profil: Schultz gilt als Architekt und Mastermind hinter dem rasanten Aufstieg von Starbucks, das innerhalb von vier Jahrzehnten von einem einzigen Laden in Seattle zu einem Kaffeekonzern mit mehr als 28.000 Filialen weltweit expandiert ist. Er positionierte das Unternehmen in den USA betont liberal und weltoffen. Während des Wahlkampfs 2016 unterstützte er die demokratische Kandidatin Hillary Clinton. Immer wieder übt er scharfe Kritik an Trump.

Kandidatur noch unklar: Biden, Clinton, Sanders, O'Rourke

In Umfragen liegen bei den Demokraten derzeit weiterhin der frühere Vizepräsident Joe Biden und der 2016 nur knapp Hillary Clinton unterlegene unabhängige Senator Bernie Sanders vorn. Sie haben eine etwaige Bewerbung aber noch nicht verkündet. Auch dem Ex-Kongressabgeordneten Beto O'Rourke werden Präsidentschaftsambitionen nachgesagt.

(mit dpa)


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