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Nun auch Bill de Blasio im Rennen Die Bewerber für die US-Präsidentschaftswahlen 2020 im Überblick

Der Bürgermeister von New York City, Bill de Blasio, ist der 23. Bewerber der Demokraten. Foto: dpa/Dan Herrick/ZUMA WireDer Bürgermeister von New York City, Bill de Blasio, ist der 23. Bewerber der Demokraten. Foto: dpa/Dan Herrick/ZUMA Wire

Washington. Bei der US-Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr treten so viele Bewerber an wie noch nie in der jüngeren Geschichte der USA. Wer gegen den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump antritt und wie populär die Kandidaten im Land sind, zeigt unser Überblick.

Nun hat auch der Bürgermeister der Stadt New York City erklärt, 2020 ins Rennen um die US-Präsidentschaft einzusteigen: Bill de Blasio verkündete am Donnerstag seine Bewerbung.

Umfragen sehen derzeit den 76-jährigen Ex-Vizepräsidenten und Demokraten Joe Biden sowie den Parteilosen Bernie Sanders vorne: Laut der Website "RealClearPolitics" kommt Biden auf 39,8 Prozent Zustimmung. Auf ihn folgen Senator Bernie Sanders (16,3 Prozent) sowie die Senatorinnen Elizabeth Warren (8,3 Prozent) und Kamala Harris (7,7 Prozent). Die Umfragen haben derzeit aber nur einen sehr begrenzten Aussagewert.

Vorwahlen beginnen im Februar

Die nächsten US-Präsidentschaftswahlen sind am 3. November 2020. Die parteiinternen Vorwahlen, mit denen die Demokraten ihren Kandidaten für die Wahl ermitteln, beginnen im Februar 2020 in Iowa. 

Noch nie in der modernen Geschichte der USA gab es so viele Wahlbewerber. Das Feld der Bewerber bei den Präsidentschaftswahlen 2020 ist mittlerweile auf 23 Demokraten angewachsen. Auch zwei parteilose Außenseiter sowie ein Republikaner haben bereits erklärt, dass sie gegen Trump antreten wollen. Unsere Übersicht stellt Ihnen die Herausforderer von Donald Trump vor, beginnend mit den populärsten:

Senator Bernie Sanders


  • Wer er ist: Der 77-jährige parteilose Politiker ist seit 2007 Senator für den Bundesstaat Vermont.   
  • Sein Profil: Demokratischer Sozialist und "Bernie bro" – Lieblingskandidat der US-Jugend. 2016 verlor er die Vorwahlen gegen Hillary Clinton, aber ist seitdem populärer denn je. Mit einer Grassroots-Kampagne sammelt Sanders Spenden für den Wahlkampf und will auch damit die Ausrichtung der Demokratischen Partei nach links verschieben. 
  • Sein Slogan: "Join the fight" (Tritt dem Kampf bei)

Ex-Vizepräsident Joe Biden


  • Wer er ist: Der 76-Jährige ist seit mehr als 45 Jahren in der Politik und war von 2009 bis 2017 Vize unter Ex-Präsident Barack Obama.
  • Sein Profil: Er wolle "das Wesen" und die "Grundwerte dieser Nation" retten, erklärt er in seinem Kampagnenvideo. Biden gilt als bodenständiger Politiker, der bei der demokratischen Basis besonders bei älteren, moderaten und afroamerikanischen Wählern beliebt ist.

Bürgermeister Pete Buttigieg


  • Wer er ist: Der 37-Jährige ist Bürgermeister der Stadt South Bend in Indiana, Veteran des Afghanistankrieges und erster offen schwuler Kandidat der Demokraten für das Amt des US-Präsidenten. 
  • Sein Profil: Sich selbst bezeichnete er als "Avocadotoast der Demokraten". Er lobt den "Green New Deal" zum Klimaschutz, den die Demokraten Alexandria Ocasio-Cortez und Ed Markey angestoßen haben. Überdies möchte er das Wahlsystem reformieren sowie die Bereiche Sicherheit und Gesundheit.
  • Sein Slogan: "A fresh start for America"

Ex-Kongressabgeordneter Beto O'Rourke


  • Wer er ist: Der 46-jährige Demokrat vertrat von 2013 bis 2019 den Bundesstaat Texas im Repräsentantenhaus. Er ist mit Milliardärstochter Amy Hoover Sanders verheiratet.
  • Sein Profil: Linksliberal. Der oft mit Robert Kennedy verglichene O'Rourke setzt sich für ein Recht auf Abtreibungen und eine stärkere Waffenkontrolle ein. Außerdem verteidigt er die Legalisierung von Cannabis und fordert eine Reform der Einwanderungspolitik.
  • Sein Slogan: "Beto for all"

Senatorin Kamala Harris


  • Wer sie ist: Die 54-jährige Juristin war von 2011 bis 2017 Generalstaatsanwältin von Kalifornien und mittlerweile Senatorin des Bundesstaats – als zweite schwarze Frau überhaupt. 
  • Ihr Profil: Sie gilt als aufsteigender Stern der Demokraten. Innerhalb eines Tages nach Verkündung ihrer Kandidatur sammelte sie 1,5 Millionen Dollar an privaten Kleinspenden – so viel wie vor ihr nur Bernie Sanders erhalten hat. Sie fordert Reformen in der Einwanderungspolitik sowie eine Erhöhung des Mindestlohns und Schutz des Abtreibungsrechts. 
  • Ihr Slogan: "For the people"

Senatorin Elizabeth Warren


  • Wer sie ist: Die 58-jährige Juraprofessorin ist Senatorin des Bundesstaats Massachusetts.  
  • Ihr Profil: Links. Warren fordert unter anderem eine Sondersteuer für die reichsten 75.000 Familien in den USA, um beispielsweise die Mittelschicht zu entlasten und den Klimaschutz zu fördern. Sie gilt außerdem als eine der schärfsten Kritikerinnen Trumps. Er nennt sie "Pocahontas" (weil sie einst behauptete, indianische Vorfahren zu haben), sie nennt ihn "Fraud" (Betrüger). 
  • Ihr Slogan: "1/2020th"

Ex-Bauminister Julián Castro


  • Wer er ist: Der 44-Jährige war unter Barack Obama Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung und zuvor Bürgermeister der Stadt San Antonio in Texas. 
  • Sein Profil: Castro sagte, es sei an der Zeit, für "neue Führungsstärke und neue Energie" zu sorgen. Er kündigte an, im Falle eines Wahlsiegs als erste Amtshandlung den Wiedereintritt der USA in das Pariser Klimaabkommen einleiten zu wollen.   
  • Sein Slogan: "One nation. One destiny."

Unternehmer Andrew Yang


  • Wer er ist: Der 44-Jährige ist Gründer der NGO "Venture for America", die junge Berufstätige an Start-Ups vermittelt. Außerdem war Yang in der Obama-Administration "Botschafter für globales Unternehmertum". Er ist der erste Amerikaner mit asiatischen Wurzeln der Demokraten, der für das Amt des US-Präsidenten kandidiert. 
  • Sein Profil: Links. Yang ist Verfechter eines bedingungslosen Grundeinkommens für alle US-Bürger ab 18 Jahren in Höhe von 1000 Dollar monatlich.  
  • Sein Slogan: "Humanity first"

Senator Cory Booker 


  • Wer er ist: Der 49-Jährige vertritt den Bundesstaat New Jersey und war früher Bürgermeister der Stadt Newark. Er könnte der erste nicht verheiratete Präsident seit rund 160 Jahren werden. 
  • Sein Profil: Das Nachrichtenmagazin "Time" ernannte ihn 2010 zum "Superhelden der sozialen Medien", Oprah nannte ihn "Rockstar", weil er stets intensiv online interagiert. Für Aufsehen sorgten seine Selbsttests, etwa als er acht Jahr in einer Sozialwohnung in einem Brennpunkt lebte, zehn Tage in Hungerstreik trat oder eine Woche mit 30 US-Dollar für Essen auskam, um auf reale Armut aufmerksam zu machen. Er verspricht eine versöhnliche Kampagne als "Gegengift", das die Nation vereinen soll. 
  • Sein Slogan: "Love ain't easy."

Kongressabgeordneter Eric Swalwell


  • Wer er ist: Der 38-jährige Jurist und Politiker der Demokraten vertritt seit 2013 den Bundesstaat Kalifornien im Repräsentantenhaus.
  • Sein Profil: Jung und fleißig: Swalwell hat sich im Kongress einen Namen gemacht als Leiter des Unterausschusses mit der CIA. Er legt den Fokus seiner Kampagne auf die Durchsetzung härterer Waffengesetze. In den sozialen Netzwerken beschreibt Swalwell, wie es ist, berufstätiges Elternteil kleiner Kinder zu sein, und dabei noch hohe Studienschulden abzahlen zu müssen.
  • Sein Slogan: "Go big. Be bold. Do good."

Senatorin Amy Klobuchar


  • Wer sie ist: Die 58-Jährige ist Senatorin für den Bundesstaat Minnesota und Mitglied der "Minnesota Democratic-Farmer-Labor Party", die den Demokraten angeschlossen ist.
  • Ihr Profil: Linksliberal. Klobuchar kündigte unter anderem an, im Falle ihres Wahlsieges einen Schwerpunkt auf den Klimaschutz zu legen. "Am ersten Tag werden wir dem internationalen Klimaschutzabkommen wieder beitreten." Mit Blick auf Trumps Regierungsstil sagte sie, bei ihr werde es keine "Außenpolitik per Tweet" geben.
  • Ihr Slogan: "Let's get to work"

Bürgermeister Bill de Blasio


  • Wer er ist: Der 58-jährige Bill de Blasio ist seit 2013 Bürgermeister von New York City. 
  • Sein Profil: Links. In seinem Wahlkampfvideo verweist er auf seine Erfolge in der Metropole: ein 15-Dollar-Mindestlohn, garantierte Krankenversicherungen und Kitaplätze. Trump nennt er einen "Bully", den es zu überwinden gelte. "Es ist Zeit die Arbeiter wieder in der Vordergrund zu stellen." 
  • Sein Slogan: "Working People First"

Ex-Senator Mike Gravel


  • Wer er ist: Maurice "Mike "Gravel, 88 Jahre alt, war in den Siebzigern Senator für den Bundesstaat Alaska. Er tritt für die Libertarian Party an.
  • Sein Profil: Er trete nicht an, um zu gewinnen, sondern um Debatten anzuregen, erklärte er. Gravel fordert ein Ende der amerikanischen Einmischung in Staaten wie Venezuela oder Iran, mehr direkte Demokratie, ein Ende der Massenüberwachung amerikanischer Bürger und mehr Klimaschutz.

Kongressabgeordnete Tulsi Gabbard


  • Wer sie ist: Die 37-Jährige ist Kongressabgeordnete für den Bundesstaat Hawaii und die erste praktizierende Hindu im Kongress.
  • Ihr Profil: Als zentrale politische Anliegen nannte Gabbard den Zugang zu Gesundheitsversorgung, eine Reform des Strafrechts und Klimafragen. Gabbard, die Militärinterventionen ablehnend gegenübersteht und selbst Veteranin ist, hatte sich im Januar 2017 mit Assad getroffen, als sie sich für eine Woche in Syrien und dem Libanon aufhielt. Für das Treffen mit dem international geächteten Präsidenten wurde Gabbard von vielen kritisiert. 
  • Ihr Slogan: "Lead with Love"

Kongressabgeordneter Tim Ryan


  • Wer er ist: Der 45-jährige Demokrat vertritt seit 2003 die Region Youngstown in Ohio im Repräsentantenhaus.
  • Sein Profil: Nennt sich selbst progressiv, aber stimmte 2015 gegen das Abtreibungsrecht und unterstützt nur Teile des Green New Deals für mehr Klimaschutz. Ryan will stattdessen die "vergessenen einfachen Arbeiter" in den Blick nehmen. 

Kongressabgeordneter John K. Delaney


  • Wer er ist: Der 55-Jährige vertritt den Bundesstaat Maryland im Repräsentantenhaus.  
  • Sein Profil: Der Selfmade-Millionär gab als erster Demokrat schon 2017 bekannt, kandidieren zu wollen. Mit einem Vermögen in Höhe von 92 Millionen US-Dollar gilt er als reichster Kongressabgeordneter. Der Geschäftsmann zielt in seinem Wahlprogramm auf die Stärkung kleinerer Unternehmen und "positiven sozialen Wandel" durch Reformen des Gesundheits- und Bildungssystem sowie der Einwanderungspolitik. 
  • Sein Slogan: "Focusing on the Future"

Gouverneur Jay Inslee


  • Wer er ist: Der 68-jährige Demokrat ist seit 2013 Gouverneur des Bundesstaats Washington.  
  • Sein Profil: Kämpfer gegen Klimawandel. Inslee deutete nach den verheerenden Waldbränden in Kalifornien an, sich als Präsident verstärkt gegen den Klimawandel einsetzen zu wollen. 
  • Sein Slogan: "Our moment"

Bürgermeister Wayne Messam

  • Wer er ist: Der 44-Jährige ist Geschäftsmannn und seit 2015 Bürgermeister der 140.000-Einwohnerstadt Miramar in Florida.
  • Sein Profil: Links-grün. Er setzt sich für mehr Klimaschutz sowie Reformen im Gesundheits- und Bildungssystem ein. Schluss mit hochverschuldeten Hochschulabsolventen und unbezahlbaren Medikamenten, fordert Messam. 
  • Sein Slogan: "Your champion"

Ex-Gouverneur John Wright Hickenlooper 


  • Wer er ist: Der 67-jährige Demokrat war von 2011 bis Anfang des Jahres Gouverneur des Bundesstaats Colorado. Davor war er Bürgermeister von Denver.
  • Sein Profil: Sozial-liberal, unternehmerfreundlich. Der studierte Geologe und Unternehmer hat ein etwas nerdiges Image und gilt als Außenseiter in der Bewerberfront. Er macht sich unter anderem für Waffenkontrolle stark und betont er habe das Zeug, die Spaltung in der amerikanischen Gesellschaft zu überwinden.
  • Sein Slogan: "Stand tall"

Senator Michael Bennet


  • Wer er ist: Der 54-Jährige Geschäftsmann und Jurist vertritt für die Demokraten den US-Bundesstaat Colorado im Senat.
  • Sein Profil: Bennet lehnt die "Krankenversicherung für alle" ab und befürwortet eine Wahloption für private Vorsorge. Er selbst kämpft gerade gegen Prostatakrebs. Ähnlich differenziert steht er zum Kampf gegen den Klimawandel: Er unterstützt nicht den "Green New Deal" seiner Parteikollegen, aber empfiehlt den Ausbau erneuerbarer Energien.

Gouverneur Steven Bullock


  • Wer er ist: Im traditionell republikanisch ausgerichteten Montana hat der 53-jährige Jurist schon zwei Mal die Gouverneurswahlen gewonnen, zuletzt 2012. 
  • Sein Profil: Bullock sagt, er wolle das "korrupte System" beseitigen, das Trump an der Macht halte. Konkret schlägt er eine Transparenz-Reform der Gesetze zur Wahlkampffinanzierung vor. Außerdem ist die gleiche Bezahlung der Geschlechter für gleiche Arbeit für ihn ein Anliegen.  
  • Sein Slogan: "A fair shot for everyone"

Aktivistin Marianne Williamson


  • Wer sie ist: Die 66-Jährige Texanerin ist Autorin von zwölf spirituellen Selbsthilfebüchern und parteilos.
  • Ihr Profil: Sie betont die moralische Führungsaufgabe des Präsidenten, möchte das traditionelle Politikerbild reformieren, Amerika "spirituell erwachen lassen", den Rassismus überkommen und die "dunklen Einflüsse von Geld" auf die Politik beseitigen.

Senatorin Kirsten Gillibrand


  • Wer sie ist: Die 52-Jährige ist New Yorker Senatorin, nachdem sie zuvor Kongressabgeordnete war. 
  • Ihr Profil: Konservativ-liberal. Gillibrand hatte den New Yorker Senatorensitz in der Nachfolge der damals zur Außenministerin aufgestiegenen Hillary Clinton eingenommen. Sie gilt als Politikerin, die sich besonders für die Rechte von Frauen und Homosexuellen einsetzt.  
  • Ihr Slogan: "Brave wins"

Früherer Starbucks-Chef Howard Schultz


  • Wer er ist: Der 65-Jährige ist ehemaliger Chef des Kaffee-Imperiums Starbucks. Schultz gehört keiner Partei an und erwägt bei der Präsidentschaftswahl in den USA als unabhängiger Kandidat gegen Donald Trump anzutreten. Er wolle in den kommenden drei Monaten verkünden, ob er kandidiert.
  • Sein Profil: Schultz gilt als Architekt und Mastermind hinter dem rasanten Aufstieg von Starbucks, das innerhalb von vier Jahrzehnten von einem einzigen Laden in Seattle zu einem Kaffeekonzern mit mehr als 28.000 Filialen weltweit expandiert ist. Er positionierte das Unternehmen in den USA betont liberal und weltoffen. Während des Wahlkampfs 2016 unterstützte er die demokratische Kandidatin Hillary Clinton. Immer wieder übt er scharfe Kritik an Trump.

Früherer Gouverneur William Weld


  • Wer er ist: Trumps erster Herausforderer aus den eigenen Reihen. Der 73-Jährige war von 1991 bis 1997 für die Republikaner Gouverneur des Bundesstaates Massachusetts. 
  • Sein Profil: "Bill" Weld profiliert sich als Trump-Gegner und kommt aus dem libertären Flügel der Republikaner.

...und Trump?

Der Amtsinhaber beantragte seine Wiederwahlkampagne bereits am Tag seiner Amtseinführung am 20. Januar 2017. Er versprach sich davon einen Vorsprung beim Sammeln von Wahlkampfspenden für 2020. Trumps früherer Digitalstratege Brad Parscale wird seinen Wahlkampf leiten. Parscale bestätigte im Februar Trumps erneute Kandidatur 2020.


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