Paul Ziemiak gegen Klimaaktivistin CDU-Generalsekretär erntet scharfe Kritik für Spott über Greta Thunberg

Von dpa und Christian Ströhl

Paul Ziemiak hat mit seiner Kritik an der 16-jährigen Umweltaktivistin Greta Thunberg in ein Twitter-Wespennest gestochen. Foto: dpa/Daniel Bockwoldt; Screenschot: Twitter @paulziemiakPaul Ziemiak hat mit seiner Kritik an der 16-jährigen Umweltaktivistin Greta Thunberg in ein Twitter-Wespennest gestochen. Foto: dpa/Daniel Bockwoldt; Screenschot: Twitter @paulziemiak

Berlin. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat via Twitter Kritik an der 16-jährigen Umweltaktivistin Greta Thunberg geübt. Sein Spott kam wie ein Bumerang zurück. Die Kritik am jungen Politiker von allen Seiten ist hart, die Klimadebatte aufgeladen wie selten.

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg wegen ihrer Kritik am deutschen Kohleausstieg angegriffen. "Greta Thunberg findet deutschen Kohlekompromiss 'absurd' – Oh, man... kein Wort von Arbeitsplätzen, Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit. Nur pure Ideologie", schrieb er auf Twitter. Neben einem Affen mit zugehaltenen Augen ergänzte er "Arme Greta!".

Dafür erntete Ziemiak Hohn und Spott. Innerhalb weniger Stunden hatte sein Eintrag mehr als 2700 Kommentare. Die Grünen-Politikerin Renate Künast warf ihm vor, gefühlskalt und unchristlich zu sein. 


Die Linken-Bundestagsabgeordnete Kathrin Vogler kommentierte: "Wie klein muss eigentlich Ihr Selbstbewusstsein sein, dass Sie sich als CDU-Generalsekretär an einer 16-Jährigen aus Schweden abarbeiten müssen?" 

Der Aachener Grünen-Politiker Alexander Tietz-Latza schrieb: "Eine 16-Jährige mit Vision & Weitblick gebasht von einem Generalsekretär mit Realitätsverweigerung." 


Weitere Politiker schossen sich auf Ziemiak ein:



Thunberg hatte im Interview der Deutschen Presse-Agentur kritisiert, dass Deutschland erst 2038 ganz aus der Kohle aussteigen will. "Das ist absolut absurd. Und die Leute denken, das wäre etwas Gutes", sagte die Schülerin in Stockholm. Deutschland habe eine "unglaubliche Verantwortung" – stiege die Bundesrepublik früher aus, würde das ein deutliches Signal an die Welt senden.

Weiterlesen: Greta Thunberg: "Die Leute reden nur und tun nicht, was sie sagen"

Nicht alle Kommentatoren unter Ziemiaks Beitrag kritisierten ihn dafür. Thomas Bareiß, parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium und CDU-Politiker, schrieb:

Darauf antwortete Investor und Qype-Gründer Stephan Uhrenbacher:


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Der öffentliche Diskurs ums Klima scheint aufgeladen, wie selten zuvor. In den Sozialen Netzwerken und insbesondere bei Twitter prallen die unterschiedlichen Ideologien aufeinander. Die einen kritisieren die Milliardenkosten und Folgen, die der Kohleausstieg verursacht, die anderen sagen, beim Klimawandel dürfe es keine Kompromisse geben. Es gehe ums Überleben aller. Öl ins Feuer gießen zudem Kritiker, die wissenschaftliche Fakten schlicht als "Klimalüge" abtun, allen voran US-Präsident Donald Trump und hierzulande Teile der AfD. Und dass nun ausgerechnet ein 16-jähriges Mädchen mit ihrem Protest eine weltweite Bewegung startete, scheint vielen ein Dorn im Auge. Thunbergs Gegner laufen online Sturm gegen sie. Ihre Befürworter jedoch auch.


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