zuletzt aktualisiert vor

Twitter-Gewitter der Feuerwehren Tag des Notrufs 112: DRK fordert mehr Respekt für Helfer

Meine Nachrichten

Um das Thema Politik Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Eine Rettungssanitäterin steht vor einem Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes. Foto: Bernd Weissbrod/dpaEine Rettungssanitäterin steht vor einem Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes. Foto: Bernd Weissbrod/dpa

Osnabrück. Die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Gerda Hasselfeldt, hat anlässlich des Europäischen Tages des Notrufes 112 an diesem Montag an alle Verkehrsteilnehmer appelliert , mehr Rücksicht auf die Helfer im Rettungsdienst zu nehmen.

 „Es ist besorgniserregend, dass vor allem bei Verkehrsunfällen Rettungskräfte oftmals von Schaulustigen behindert oder beleidigt werden“, sagte Hasselfeldt unserer Redaktion. Die Berichte darüber häuften sich in erschreckender Weise. „Zum Respekt gegenüber den Helfern gehört auch die Einhaltung der Rettungsgasse nach Verkehrsunfällen“, mahnte Hasselfeldt. Auch hier lasse das Verhalten von vielen Lastwagen- und Autofahrern zu wünschen übrig. Manchen Gaffern seien Handy-Aufnahmen von Verletzten offenbar wichtiger als der unversperrte Zugang der Helfer zum Unfallort.  

Der Notruf 112 sei ein wichtiges Instrument zur Rettung von Menschenleben. Bei solchen Einsätzen kommt es oft auf jede Minute und Sekunde an. „Wer hier Rettungskräfte behindert, sollte sich fragen, ob er nicht selbst einmal in eine lebensbedrohliche Situation kommen könnte, in der er dringend auf rasche Hilfe angewiesen ist“, erklärte die DRK-Präsidentin. Sie habe „null Verständnis“ für Gaffer und auch für jene, die Helfer beschimpfen und beleidigen. „Es war richtig, dass die Strafen für solche Delikte vom Gesetzgeber verschärft worden sind“, sagte Hasselfeldt. Verstöße müssten nun auch konsequent geahndet werden. Nötig sei auch eine breite gesellschaftliche Debatte über dieses Phänomen.

Gerda Hasselfeldt. Foto: Matthias Balk/dpa

Bei einer Befragung von 96 Rettungsteams des DRK im vergangenen Sommer hatte sich gezeigt, dass nur in 15,6 Prozent der ausgewerteten Einsätze spontan eine Rettungsgasse gebildet wurde. Bei 35,4 Prozent machten Fahrer den Weg für die Rettungskräfte erst nach Aufforderung durch ein Sondersignal frei.

Twitter-Gewitter der Feuerwehren

Die Feuerwehr Osnabrück beteiligt sich zusammen mit bundesweit weiteren 40 Feuerwehren an einer Twitter-Aktion. Von 8 Uhr an berichten die Rettungskräfte in einem sogenannten Twitter-Gewitter zwölf Stunden lang unter dem Hashtag #112live direkt von ihren Einsätzen.

Damit soll die Arbeit der Einsatzkräfte transparent gemacht, potenziellen Nachwuchs interessiert werden und zudem gezeigt werden, was für eine Masse an Notrufen jeden Tag zu bewältigen ist. Dabei sind unter anderem auch Hamburg, München, Düsseldorf und Bremen.

Immer wieder ärgern sich Einsatzkräfte, dass sie zu Notfällen gerufen werden, die keine sind. Die verstopfte Toilette gehöre eindeutig nicht in die Notrufkategorie, heißt es in Berlin. Mancher Anrufer versuche auch, mit dem Rettungswagen schneller beim Arzt dran zu kommen.



Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN